Infineon flüchtet vor Gehaltserhöhungen
Infineon Technologies wird mit sofortiger Wirkung aus dem Arbeitgeberverband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie (VBM) austreten. Das gab das Unternehmen am Abend des 12. November 2008 in Neubiberg (Landkreis München) bekannt. Wegen der "gegenwärtig angespannten Marktsituation" habe der Vorstand beschlossen, im laufenden Geschäftsjahr, das im September 2009 endet, für Beschäftigte mit Tariflohn "keine Gehaltserhöhungen vorzunehmen" .
"Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht" , so Finanzvorstand und Arbeitsdirektor Marco Schröter. Ziel des Austritts aus dem VBM sei es, die Gehälter an die zyklischen Überproduktionskrisen des Halbleitermarktes anzupassen.
"In wirtschaftlich erfolgreichen Zeiten werden nun überdurchschnittliche Gehaltsanpassungen möglich, in schwierigen Situationen kann ein teilweiser oder gänzlicher Verzicht auf Gehaltssteigerungen umgesetzt werden" , hieß es weiter.
Aus dem Unternehmen erfuhr Golem.de, dass 6.000 Beschäftigte von den Sparmaßnahmen betroffen sind. Beim fixen Anteil der Vorstandsgehälter ist in Zukunft kein Verzicht auf Erhöhungen geplant. Ihre Bonuszahlungen, die einen großen Teil des Einkommens ausmachen, richten sich nach den schlechten Ergebnissen des Chipherstellers.
Der Austritt Infineons erfolgte an dem Tag, an dem sich Unternehmer und die IG Metall im Pilotbezirk Baden-Württemberg auf eine zweistufige Lohnerhöhung von 2,1 Prozent ab Februar 2009 und weiteren 2,1 Prozent ab Mai 2009 geeinigt hatten. Dazu kommt eine Einmalzahlung für die Monate November 2008 bis Januar 2009 in Höhe von 510 Euro. Circa 600.000 Beschäftigte aus Elektro- und Metallbetrieben waren in den vergangenen zehn Tagen in den Warnstreik getreten, um acht Prozent mehr Lohn durchzusetzen.



