PC-Markt Westeuropas wächst wegen Mini-Notebooks stark
Der PC-Markt in Westeuropa zeigt in den ersten drei Quartalen des Jahres 2008 bislang zweistellige Wachstumsraten, so das IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner, das am 12. November 2008 im britischen Egham seine Studie für das dritte Quartal 2008 vorlegte. "Die jeweilige Position der PC-Anbieter in den Top 5 richtet sich hauptsächlich danach, ob sie Mini-Notebooks im Angebot haben oder nicht" , sagt Ranjit Atwal, Principal Analyst bei Gartner. "Dies führte auch dazu, dass Acer zum ersten Mal an HP vorbeizog und nun auf dem ersten Platz der PC-Anbieter in Westeuropa liegt." Dell liegt auf dem dritten Rang, gefolgt von Asus.
Auf den PC-Markt für Geschäftskunden wirkte sich die weltweite Finanzkrise aus. Er verzeichnete im dritten Quartal nur ein Wachstum von fünf Prozent und einen Rückgang bei Desktop-PCs um drei Prozent.
In Deutschland wurden im dritten Quartal 2008 insgesamt 3,35 Millionen PCs abgesetzt, dies entspricht einem Zuwachs von 24,8 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. "In Zeiten von Rezession und Unsicherheit ein sehr starkes Ergebnis" , urteilt Meike Escherich, Analystin bei Gartner. Triebkraft war vor allem der Markt für mobile PCs, der 63 Prozent des Gesamtmarkts ausmacht und um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zulegen konnte. Der Desktopmarkt konnte immerhin noch um 10 Prozent im Jahresvergleich zulegen.
Acer liegt in Deutschland weiterhin auf dem ersten Platz mit einem sehr starken Wachstum von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und 150.000 verkauften Mini-Notebooks. "Nach unseren Schätzungen sind 17 Prozent aller ausgelieferten mobilen PCs Mini-Notebooks. Aber auch ohne diese günstige Variante verzeichnete der Laptopmarkt im dritten Quartal noch immer ein Wachstum von 13 Prozent" , so Escherich weiter. In Deutschland gingen demnach 350.000 Netbooks an den Endkunden.
Fujitsu Siemens Computers (FSC) ist hinter HP auf Platz drei abgerutscht. Der Marktanteil im Endkundensegment wurde fast vollständig von Acer aufgesogen, während HP und Dell von der Schwäche im Geschäftskundenmarkt bei FSC profitierten. Medion gewann durch einen frühen und erfolgreichen Start eines Mini-Notebooks bei Aldi hinzu. "Wir erwarten, dass der Preisverfall 2009 weitergeht" , prognostiziert Escherich für den deutschen Markt.
Für das vierte Quartal erwartet Gartner in Westeuropa eine Abschwächung, so Atwal, der wachsende Kaufzurückhaltung sowohl bei Firmen als auch beim Endkunden befürchtet.