Vodafone kündigt Kosteneinsparungen an
Stellenabbau in Westeuropa befürchtet
Der britische Vodafone-Konzern hat die Umsatzprognose leicht gesenkt und radikale Kosteneinsparungen angekündigt. Experten sprechen von einem drohenden Stellenabbau von bis zu 20 Prozent in Westeuropa.
Der britische Mobilfunkbetreiber Vodafone, weltweit gemessen am Umsatz die Nummer 1, hat im letzten Halbjahr einen Gewinnrückgang um 35 Prozent erlitten. Verbucht wurde eine Wertminderung auf die türkische Landestochter. Vodafone kündigte zudem ein Kosteneinsparungsprogramm mit einem Volumen von 1 Milliarde Pfund an. Die Sunday Times berichtete aus Expertenkreisen, dass dies auf einen Abbau von bis 20 Prozent der Arbeitsplätze in Westeuropa hinauslaufen könne. Die Gewinnziele für das Gesamtjahr 2008/2009 bekräftigte Konzernchef Vittorio Colao.
Vodafone erzielte zum 30. September 2008 einen Nettohalbjahresgewinn von 2,14 Milliarden britischen Pfund (2,63 Milliarden Euro), nach 3,29 Milliarden Pfund (4,04 Milliarden Euro) im Vergleichszeitraum des Vorjahres. 1,7 Milliarden Pfund (2,32 Milliarden Euro) wurden auf das Landesgeschäft in der Türkei abgeschrieben. Im Dezember 2005 hatte Vodafone Telsim, den zweitgrößten Mobilfunkbetreiber des Landes, für 4,5 Milliarden Dollar ersteigert.
Der Vodafone-Umsatz wuchs um 17,1 Prozent auf 19,9 Milliarden Pfund (24,44 Milliarden Euro), die Analysten hatten nur 19,77 Milliarden Pfund erwartet. Das EBITDA wuchs um 10 Prozent auf 7,24 Milliarden Pfund und lag damit knapp unter den Prognosen der Börsenexperten, die 7,28 Milliarden Pfund berechnet hatten.
Vodafone senkte seinen Umsatzausblick auf das gesamte Geschäftsjahr auf eine Spanne von 38,8 bis 39,7 Milliarden Pfund; zuvor hatte das Management 39,8 Milliarden Pfund angestrebt. Ursache sei ein schwieriges Geschäftsumfeld in Europa, wachsender Wettbewerbsdruck und zunehmender Zwang durch die Regulierungsbehörden. In den Schwellenländern erwartet Colao aber weiterhin starkes Wachstum. Die Ziele für das angepasste operative Ergebnis beließ er bei 11 bis 11,5 Milliarden Pfund.
Die Kundenzahl von Vodafone Deutschland ist im letzten Quartal um 896.000 auf 36,191 Millionen gestiegen. Das EBITDA lag mit 1,668 Milliarden Euro um 1,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Umsatz betrug im ersten Halbjahr bei Vodafone Deutschland 3,790 Milliarden Euro, ein Rückgang um 1,8 Prozent. Die Gewinnmarge (EBITDA-Marge) gibt das Unternehmen mit 44 Prozent an, was eine leichte Steigerung bedeutet. Damit sei Vodafone Deutschland "innerhalb der Vodafone-Gruppe neben Vodafone Italien führend", hieß es weiter.
6,968 Millionen Vodafone-Kunden in Deutschland nutzten UMTS-Handys oder Notebooks mit UMTS, knapp 50 Prozent mehr als vor einem Jahr. Mit Datendiensten ohne SMS/MMS hat Vodafone im ersten Halbjahr 460 Millionen Euro Umsatz gemacht, und damit mehr als mit SMS/MMS, ein Plus von 22,7 Prozent.
Bei Arcor konnte der Umsatz im ersten Halbjahr um 2,6 Prozent auf 1,161 Milliarden Euro gesteigert werden. Im letzten Quartal kamen 106.000 neue DSL-Kunden dazu.
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für Vodafone: Netzabdeckung (vor allem auf dem Land, in den Ballungsräumen ja meistens...
in der Marktwirtschaft wird das glaub ich self-fullfilling prophecy bezeichnet... Hatten...
..ich schließe mich an.. ;-)