Profispieler-Maus von Roccat für 70 Euro. Sie verfügt über so viel internen Speicher wie zwei C64-Heimcomputer, passt sich per Zusatzsensor automatisch an unterschiedliche Oberflächen an und gelegentlich ist ein Firmwareupdate fällig: Mit der Kone-Maus bietet der Hamburger Hersteller Roccat ein Highend-Eingabegerät für Profispieler an.
Das kann sonst keine Maus: Am neuen Eingabegerät von Roccat darf der Nutzer fünf Multicolor-Leuchtdioden eine von 38 Farben verpassen. Wer mag, lässt die Lichter auch langsam von Gelb über Rosa bis hin zu Dunkelblau durch den Regenbogen rotieren. Dieses Feature ist allerdings nur ein Gag, denn im Grunde handelt es sich bei der immerhin rund 70 Euro teuren Kone um ein Eingabegerät, das zwar auch im Büroalltag Eindruck macht - dessen Möglichkeiten sich aber eigentlich an fortgeschrittene PC-Spieler richten. Die können die farbigen Lichter übrigens deaktivieren. Die nur in einer Version für Rechtshänder erhältliche Kone ist das erste Produkt des Hamburger Unternehmens Roccat. Außerdem erhältlich ist ein Highend-Mauspad mit Nano-Beschichtung für rund 15 Euro, später sollen Produkte wie Gamingtastaturen dazukommen.
Die Kone-Maus funktioniert auch mit den Standardtreibern von Windows - dann wird sie wie jede andere PC-Maus per USB angeschlossen und verrichtet einfach ihren Dienst. Wer maximale Leistung möchte, muss allerdings die regelmäßig aktualisierte Treibersoftware für Windows XP und Vista installieren. Und erlebt danach womöglich eine Überraschung, wenn gegebenenfalls die Firmware aktualisiert wird. Im Inneren der Kone verbirgt sich ein 128 KByte großer Speicher - Standardmäuse verfügen meist über circa 8 KByte. Dort lassen sich neben der Firmware auch bis zu fünf Profile mitsamt Makros ablegen, die aus bis zu 512 einzelnen und parallelen Tastaturbefehlen, abrufbar über jede der acht Maustasten, bestehen können. Makros mit bis zu 20 Aktionen funktionieren auch ohne Treiber an jedem anderen PC - perfekt etwa bei Rechnerwechseln während Multiplayer-Turnieren. Schade allerdings: Roccat liefert keine speziell an bestimmte Spiele angepassten Makros oder Profile mit, und auch über die Webseite ist so etwas nicht erhältlich.
Die Kone liest Bewegungen mit einer echten 3.200-dpi-Auflösung ein. Ein besonderer Clou ist ein neben dem Laser eingebauter zweiter Sensor, der die Oberfläche von Tisch oder Mauspad analysiert und das Eingabegerät entsprechend darauf kalibriert. In der Praxis bedeutet das vor allem, dass die Kone auf stark spiegelnden Oberflächen besser zurechtkommt als Konkurrenzmodelle. Außerdem verfügt das Gerät über eine Reaktionszeit von 1 ms, eine Abfragerate von 1.000 Hz und wechselt bequem durch Auflösungen von 800 bis 3.200 dpi.
An der Unterseite befindet sich eine Art Behälter, mit dem Spieler das Gewicht ihrer Maus unkompliziert individuellen Wünschen anpassen können. Das System besteht aus je einem 5 g, 10 g, 15 g und 20 g schweren Gewicht; der Treiber zeigt automatisch an, welches aktuell fixiert ist.
Fazit: Roccat erfindet mit der Kone die Maus nicht neu. Doch dank des superpräzisen Eingabeverhaltens, mit den nahezu perfekten Tastendruckpunkten und insbesondere mit dem haptisch erstklassigen Mausrad gelingt es tatsächlich, Begeisterung im PC-Spielealltag von der Hardwareseite aus aufkommen zu lassen. Auch die Software, die deutlich mehr ist als ein simpler Treiber, ist gelungen. Das gilt sowohl für Kontrolle über technische Interna, etwa die fein einstellbare Mouse-Beschleunigungsfunktionen, als auch für Makros und Profile. 70 Euro sind viel Geld, aber Profispieler sollten der Kone eine Chance geben.