Existenz der Infineon-Tochter Qimonda gefährdet

Unternehmenssprecher: "Situation ist sehr ernst"

In einem internen Betriebsräte-Schreiben ist von einem drohenden Aus für den Chipkonzern Qimonda mit seinen 13.000 Beschäftigten die Rede. Ein Unternehmenssprecher sagte: "Die Situation ist sehr ernst."

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Die Krise bei dem Chipkonzern Qimonda spitzt sich zu. In einem internen Papier, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt, warnt die Betriebsratsspitze vor dem drohenden Ende des Konzerns. Das Ausmaß der Probleme bedrohe die Existenz Qimondas, heißt es darin. Ein Qimonda-Sprecher widersprach der Darstellung nicht und erklärte, dass die Situation "sehr ernst" sei. Bei einem Krisengespräch von Qimonda-Managern mit Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) wurde die Politik aufgefordert, schnell bei der Suche nach einem Investor zu helfen.

Das Qimonda-Management hoffe auf ein Nachlassen der Folgen der Überproduktionskrise in den kommenden Wochen, so die Zeitung. Geht der Preiskampf jedoch wie in den vergangenen Monaten weiter, müsse der Konzern mit dem Schlimmsten rechnen. Nach Finanzchef Michael Majerus gibt nach den Informationen bis zum Jahresende auch Strategiechef Michael Alexander auf.

Mit dem speziellen Speicher für den Intel Core i7, der mit nur sehr wenig Spannung läuft, konnte von Infineon/Qimonda aktuell ein gutes Produkt vorgelegt werden. Auch neue Bauformen für DRAMs kann das Unternehmen bereits liefern. Doch das Management scheint vor circa zwei Jahren die Wucht der Überproduktionskrise unterschätzt zu haben, die durch die Einführung erheblich verkleinerter Strukturbreiten ausbrach.

Qimonda verkauft große Geschäftsbereiche, schließt eine Fabrik und baut weltweit 3.000 Stellen ab. Von den Kündigungen sind vor allem die Standorte München, Dresden und Raleigh (USA) betroffen. Am Standort Dresden fallen nach 600 Arbeitsplätzen im Sommer 2008 nun weitere 1.000 weg. Außerdem soll nach Informationen der IG Metall die Firma Tuja allen Leiharbeitern bei Qimonda zum 30. November 2008 betriebsbedingt gekündigt haben.

Am 10. November gab es erneut Proteste bei Infineon und Qimonda in Dresden. Ein Vertrauensmann der IG Metall bei Infineon Dresden berichtete Golem.de, 200 Beschäftigte seien mit Kerzen und Warnwesten aktiv gewesen. Sie bekamen Besuch von ihren Kollegen bei AMD und von der Deutschen Telekom, die ihre Verbundenheit ausdrückten.

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