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Leerrohre für Glasfaser sollen in jede neue Straße

Baden-Württemberg wagt Vorstoß für mehr Breitband. Beim Straßenbau oder der Erschließung von Neubaugebieten sollen in Zukunft automatisch Leerrohre mitverlegt werden, um schnell Glasfaserleitungen einschieben zu können. Das hat Thomas Langheinrich, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg, von den Kommunen gefordert.
/ Achim Sawall
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Um die weißen Flecken im Breitbandnetz im ländlichen Raum zu schließen, fordert die LFK Änderungen beim Straßenbaukonzept. "Es muss selbstverständlich sein, dass bei Straßenarbeiten oder bei der Erschließung von Neubaugebieten automatisch Leerrohre mit verlegt werden" , sagte Langheinrich bei der Tagung "Zukunftsfähige Breitbandinfrastruktur für Kommunen": "Nur so besteht die Möglichkeit, auch im Nachhinein Anschluss an die Glasfaserkabel zu erhalten und so der digitalen Schmalspurversorgung im ländlichen Bereich zu begegnen."

Die Netzbetreiber stünden in der Pflicht, mehr Kooperationsbereitschaft zu zeigen, um zum Wohle aller der Konkurrenz leichter Zugang zu freien Glasfaserkapazitäten zu gewähren. Unternehmen sollten endlich ihre Netzwerke über einen zentralen Glasfaseratlas offenlegen, ansonsten "gestaltet sich die Suche nach Glasfaser für viele Kommunen wie nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen" , sagte der LFK-Präsident.

Durch die Umstellung der Übertragung von Rundfunksendern auf digitale Signale werden Frequenzen frei, was in der Branche auch als "digitale Dividende" bezeichnet wird. Für deren Nutzung für Breitbandinternet würden im kommenden Jahr (2009) in Baden-Württemberg Versuche anlaufen, dabei sollen auch Erkenntnisse zu möglichen Störungen von TV-Sendern durch das Funkinternet gesammelt werden.

Bei der Vergabe von Frequenzen an Mobilfunkbetreiber müsse zudem sichergestellt werden, dass Kommunen ohne breitbandige Internetversorgung priorisiert werden.


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