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Oberstaatsanwalt will Bundesdatenbank gegen Kindesmissbrauch

Alle Schulen und Kitas sollen erreichbar sein. Der Chefermittler Sachsen-Anhalts gegen Kinderpornografie will eine bundesweite elektronische Verbindung aller Schulen und Kindergärten aufbauen. Damit sollen Porträtfotos missbrauchter Kinder versandt werden, um die Identität der Opfer schnell aufzuklären.
/ Achim Sawall
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Der Leiter der Zentralstelle für Ermittlungen gegen Kinderpornografie in Sachsen-Anhalt, Oberstaatsanwalt Peter Vogt, setzt sich für eine Bundesdatenbank zu Kindesmissbrauchsfällen ein. Kanadische Ermittler hatten im Internet Missbrauchsfotos entdeckt und die Spur nach Sachsen-Anhalt zurückverfolgt. Auf den Bildern waren ein Schulbuch und eine Limonadenflasche zu erkennen, wie sie hauptsächlich im Osten Deutschlands verbreitet sind.

Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei hatten daraufhin ein Bild des Opfers an die 600 Grundschulen des Landes verschickt. Eine Lehrerin hatte den Jungen aus Günthersdorf (Saalekreis) daraufhin erkannt. Vier Tage später war der Täter bekannt.

Bei dem am 7. November 2008 beim Landgericht Halle angelaufenen Prozess hat der Angeklagt gestanden(öffnet im neuen Fenster), das 14-jährige Opfer in den letzten fünf Jahren missbraucht zu haben und Aufnahmen davon ins Internet gestellt zu haben.

"Diese Operation hat gezeigt, dass man mit einem sehr geringen Aufwand einen maximalen Erfolg erreichen kann", sagte Vogt dem Radiosender MDR Info. "Und ich würde mir wünschen, dass es quasi eine Bundesdatenbank gibt, dass man regelmäßig bei Missbrauchsfällen Schulen anschreiben und fragen kann, ist euch dieser Junge, ist euch dieses Mädchen bekannt." Statt Opferfotos wie bisher nur in Polizeiblättern zu veröffentlichen, sei ein schneller Versand an alle Schulen und Kindergärten sinnvoll, erklärte Vogt die Kommunikationslücke. Vogt ist in der Missbrauchsszene gefürchtet. 2003 gelang ihm einer der schwersten Schläge gegen Kinderpornografie in Deutschland. Im Rahmen der Operation Marcy wurden 14 Kinder von ihren Peinigern befreit.


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