Englands oberster Richter zweifelt an der Internetgeneration

Igor Judge spricht über die Probleme, die auf das Rechtssystem zukommen

Igor Judge, Englands oberster Richter, sieht Herausforderungen durch das Internet auf das Rechtssystem zukommen. Er bezweifelt beispielsweise, dass die das Internet gewohnten jungen Leute gute Geschworene abgeben werden. Er empfiehlt deshalb, sich den Herausforderungen der technischen Entwicklung zu stellen.

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Englands und Wales' oberster Richter befürchtet, dass das Internet starke Auswirkungen auf das Rechtssystem des Landes haben wird. Die junge Generation hole sich ihre Informationen aus dem Internet, die jungen Leute seien deshalb gewohnt zu lesen und nicht stundenlang zuzuhören, sagte Igor Judge, seit Anfang Oktober 2008 Lord Chief Justice of England and Wales, in einer Rede an der Universität von Hertfordshire in Hatfield. Diese Qualifikation sei aber für die Geschworenen in einem Prozess unerlässlich.

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Die jungen Leute seien technisch kompetent und bezögen viele Informationen aus dem Internet. Das bedeute aber, dass sie nicht zuhören, sondern lesen. "Eine Frage ist, ob sie bei ihrer Art zu lernen noch im Stande sein werden - so wie wir es gewohnt waren - , eine längere Zeit zuzuhören", sagte Judge. Doch selbst wenn sie tatsächlich in der Lage wären, tagelang dazusitzen und zuzuhören, sei es nur eine Frage der Zeit, bis die junge Generation danach verlange, die Informationen über das Verfahren auf die Art und Weise zu bekommen, die sie gewohnt sei, also über moderne Technik.

Schon heute, sagte Judge, stelle das Internet ein Problem bei Gerichtsverfahren dar. Zwar weise der Richter die Geschworenen bei der Eröffnung des Verfahrens an, nicht im Internet nach Informationen zu suchen, die mit dem Verfahren zu tun haben. Er gehe davon aus, dass die Geschworenen im Normalfall dieser Anordnung nachkommen. Allerdings sei es unvermeidbar, dass von Zeit zu Zeit einzelne Geschworene diese Vorschrift missachteten und eigene private Nachforschungen anstellten. Das sei schon vorgekommen, so Judge und führte als Beispiel einen Vergewaltigungsprozess an, bei dem Internetnutzung ein Urteil verhindert habe. Allerdings sei es keine Lösung, dass der Computer eines Geschworenen "in irgendeiner Weise überprüft, überwacht oder nach dem Prozess untersucht" werde. Ein solcher Eingriff sei, betonte der Richter, "vollkommen inakzeptabel".

Abschließend empfahl Englands oberster Richter, sich jetzt, da noch Zeit sei, über diese Themen Gedanken zu machen. Es sei besser, einer Entwicklung vorzugreifen, statt zu warten - wie es oft bei der Legislative der Fall sei -, dass sie zu einem Problem werde. Dann werde oft in Eile eine Entscheidung gefällt und später bereut.

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DexterF 10. Nov 2008

...an faselnden alten Säcken. Oh, und an 4 Millionen Kameras in der Hauptstadt.

spanther 09. Nov 2008

Aber hauptsache man urteilt dann trotzdem einfach mal, obwohl man keine Ahnung von der...

Der Kaiser 09. Nov 2008

Sind ja auch nicht alle Experten im Netz. ^^

GodsBoss 08. Nov 2008

In Deutschland wäre so etwas nicht nur Aufgabe des Verteidigers, sondern auch Aufgabe...



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