Seagate-CEO: "Niemand verdient an SSDs etwas"
Durch zahlreiche Übernahmen ist Seagate zum unangefochtenen Marktführer bei Festplatten geworden. In seinem Geschäftsjahr 2008 verkaufte das Unternehmen eigenen Angaben zufolge 183 Millionen Laufwerke und erzielte damit einen Umsatz von 12,7 Milliarden US-Dollar. Mitte 2008 hatte das Unternehmen jedoch durch verpatzte Produktstarts einen Gewinneinbruch um 70 Prozent hinzunehmen.
Selbst Intels mit 250 MByte pro Sekunde im Lesen sehr schnelle professionelle SSDs sieht der Seagate-CEO nicht als Bedrohung. Zwar wolle sein Unternehmen 2009 selbst Enterprise-SSDs anbieten, aber zusätzlich habe Seagate noch andere Lösungen in petto. Bei einem dieser Konzepte werden acht 200-GByte-Festplatten mit 15.000 Umdrehungen pro Minute in einem RAID zusammengefasst. Von jedem der Laufwerke werden aber nur 20 GByte genutzt, sodass sich 160 GByte wie bei noch bezahlbaren SSDs ergeben. Die 20 GByte pro Platte liegen in den schnellen Außenbereichen des Laufwerks, bei magnetischen Festplatten fällt die Geschwindigkeit am Ende der Kapazität stets ab, SSDs sind in der Regel in jedem Bereich gleich schnell.
Das für 2009 geplante System soll rund 2.000 US-Dollar kosten und gegenüber 160-GByte-SSDs mit über 200 MByte pro Sekunde genauso schnell schreiben wie lesen können. Intels Server-SSDs X25-E Extreme erreichen laut Herstellerangabe 170 MByte pro Sekunde beim Schreiben. "Solange ich für einen ähnlichen Preis eine Lösung anbieten kann, die auch funktioniert, gewinne ich damit jede Ausschreibung", sagte Bill Watkins.
Dass im Markt der Flash-Speicher gerade Übernahmen geplant werden, wie die lange Schlacht zwischen Samsung und SanDisk, liegt Watkins zufolge nicht am Kampf um Marktanteile: "Samsung zahlt an SanDisk 350 bis 400 Millionen US-Dollar pro Jahr für Flash-Patente", behauptete der Seagate-CEO. Die wollte Samsung einsparen, und obwohl Samsung sein Angebot für SanDisk zurückgezogen hat, ist sich Watkins in Bezug auf Samsung sicher: "Die sind mit denen noch nicht fertig". Seagate selbst investiere dennoch rund 100 Millionen US-Dollar pro Jahr in die Entwickung von Flash-Speichern, erklärte Bill Watkins.
Bill Watkins sieht hier eine Marktchance von 1,5 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Nachdem Seagate seit der Gründung im Jahr 1979 bis zum April 2008 insgesamt eine Milliarde Laufwerke verkaufen konnte, soll der nächste Schritt schneller gehen: "Für die nächste Milliarde werden wir nur vier Jahre brauchen", gab sich der Seagate-CEO zuversichtlich.
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