Activision-Blizzard setzt auf 100-Millionen-Dollar-Spiele
Besonders im Fokus von Activision-Blizzard steht dabei die Marke Guitar Hero. Die nächste Ausgabe World Tour erscheint am 21. November 2008, so gut wie die gesamte Produktion sei an den Handel verkauft – was keine Selbstverständlichkeit ist, schließlich kostet das Gesamtpaket mit Instrumenten rund 200 Euro und belegt jede Menge Platz in Verkaufsräumen und Lagern. Activision-Blizzard denkt derzeit über ein Abomodell nach, mit dem Songs verkauft werden sollen, die Spieler in World Tour mit dem Musikeditor generiert haben.
Mit der aktuellen Geschäftsentwicklung ist Activision-Blizzard zufrieden. Im letzten Geschäftsquartal, das am 30. September 2008 abgelaufen ist, hat das Unternehmen die Umsatzprognose von 620 Millionen US-Dollar kräftig übertroffen und rund 711 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Der Quartalsverlust lag bei 192 Millionen US-Dollar, wovon 78 Millionen US-Dollar Kosten sind, die im Zusammenhang mit der Fusion der beiden Unternehmen stehen. Dass überhaupt ein Minus in der Bilanz steht, liege vor allem am für alle Publisher schwierigen Sommerquartal. Für das Gesamtjahr rechnet Kotick offiziell mit Gewinnen in Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar und Umsätzen in Höhe von 4,9 Milliarden US-Dollar – und es wäre überraschend, wenn eine Pressemitteilung mit der Überschrift "Activision-Blizzard springt über 5 Milliarden-Dollar-Marke" nicht schon jetzt in seiner Schublade liegen würde.
Besonders stark zum Umsatz beigetragen haben Call of Duty 4, Guitar Hero: Aerosmith, Guitar Hero: On Tour (für Nintendo DS), World of Warcraft und die Veröffentlichung und der Vertrieb von Star Wars: The Force Unleashed im Auftrag von LucasArts.
Ein genauerer Blick in die Bilanzen offenbart, dass Activision-Blizzard in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres rund 414 Millionen US-Dollar für die Entwicklung von Spielen und 350 Millionen US-Dollar an Vertriebskosten und die tatsächliche Produktion etwa von Datenträgern ausgegeben hat. Drittgrößter Posten sind 220 Millionen US-Dollar für Marketing und sonstige verkaufsfördernde Maßnahmen wie Werbung und PR. Im letzten Geschäftsquartal hat das Unternehmen 49 Prozent seiner Umsätze in Europa erzielt, 41 Prozent im nordamerikanischen und 9 Prozent im asiatischen Markt.
Das Unternehmen schlüsselt Massively Multiplayer Online Games (MMOGs) als eigene Plattform auf. Nach den aktuellen Bilanzzahlen hat Activision-Blizzard mit MMOGs im letzten Quartal 38 Prozent seiner Umsätze erzielt – rund 271 Millionen US-Dollar. Fast der gesamte Betrag dürfte aus den Taschen der inzwischen elf Millionen Abonnenten des PC-Onlinerollenspiels World of Warcraft stammen. Nur rund eine Million US-Dollar mehr umgesetzt hat Activision-Blizzard mit Konsolenspielen (ebenfalls 38 Prozent). Handheldsysteme tragen mit 81 Millionen immerhin noch 11 Prozent bei, während klassische PC-Spiele nur noch 25 Millionen Dollar (4 Prozent) zum Umsatz beigetragen haben.
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