Telekom meldet überraschend hohen Quartalsgewinn

Konzern verliert weiter Festnetzkunden

Die Deutsche Telekom erwartet für das Jahr 2009 keine klare Gewinnsteigerung. Der bereinigte Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) werde stagnieren oder leicht steigen, teilte die Telekom in Bonn mit. Kunden im Festnetz gehen weiter verloren.

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Bei der Deutschen Telekom ging der Umsatz im dritten Quartal leicht um 1,5 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro zurück. Das EBITDA stieg um 2,4 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Der Quartalsgewinn lag mit 895 Millionen Euro überraschend hoch, nach 256 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Hier halfen gesenkte Personalkosten von rund 0,5 Milliarden Euro. Die Finanzmarktkrise habe sich bisher auf das operative Geschäft nicht ausgewirkt, so Konzernchef René Obermann. Der Konzern sei "finanztechnisch stabil aufgestellt".

Der um Sondereinflüsse bereinigte Überschuss stieg im dritten Quartal um 12 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr hält Obermann an der Prognose eines bereinigten EBITDA von rund 19,3 Milliarden Euro fest. "Wir sind auf dem besten Weg, unsere Ziele für 2008 zu erreichen", erklärte er.

Im Mobilfunksegment konnten 1,2 Millionen Vertragskunden hinzugewonnen werden. "Einen wesentlichen Beitrag zur erfreulichen Entwicklung im abgelaufenen Quartal lieferte das iPhone 3G, das seit dem Start am 11. Juli auf sehr große Nachfrage stößt", erklärte das Unternehmen, ohne jedoch Verkaufszahlen zu nennen. Der Umsatz von T-Mobile Deutschland betrug im dritten Quartal 2 Milliarden Euro, und damit 2,8 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Das bereinigte EBITDA stieg um 95 Millionen Euro oder 12,2 Prozent auf 872 Millionen Euro. Darin enthalten ist aber ein Einmalertrag von 0,1 Milliarden Euro. Das Android-Endgerät G1, das in den USA von T-Mobile am 22. Oktober 2008 gestartet wurde, stieß auf "außerordentlich starkes Interesse", hieß es weiter.

Weiterhin gut läuft das Geschäft mit der mobilen Datennutzung. Die europäischen Landesgesellschaften verzeichneten hier zwischen Juli und September 2008 (ohne SMS und MMS) Erlöse von 380 Millionen Euro, das sind 45,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Als Konsequenzen aus dem Datenskandal ist gestern T-Mobile-Deutschland-Chef Philipp Humm zurückgetreten. Er bleibt aber weiter verantwortlich für den Vertrieb für Privat- und Geschäftskunden. "Unabhängig von der rechtlichen Beurteilung" übernehme Humm als bisheriger Sprecher der Geschäftsführung die "Verantwortung für die jüngsten Datenvorfälle und deren Aufarbeitung". Ein Nachfolger soll möglichst zügig berufen werden. Er soll neben dem Bereich Unternehmensstrategie auch für den Datenschutz und die Sicherheit verantwortlich sein.

Im Festnetz waren die Anschlussverluste mit 574.000 zwar weiterhin hoch, das Abwanderungstempo hat sich - bezogen auf das Gesamtjahr - aber verlangsamt. Für das IPTV-Angebot "Entertain" hätten sich inzwischen 333.000 Kunden entschieden, ein Plus von 33 Prozent. Der Umsatzrückgang auf dem heimischen Festnetzmarkt betrug 5,9 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro.

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