E-Commerce mit Büchern und DVDs in Deutschland rückläufig
Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (BVH) hat Zahlen zur Entwicklung des E-Commerce in Deutschland veröffentlicht. Grundlage ist eine Verbraucherstudie von TNS Infratest sowie eine Untersuchung des Instituts für Demoskopie Allensbach. Danach stieg die Zahl der Onlinekäufer auf 31,44 Millionen (Vorjahr: 29,37 Millionen). "Social-Commerce wird immer wichtiger, denn die Menschen möchten durch Empfehlungen oder Kommentare die Meinungen anderer Käufer in ihre Kaufentscheidung einbeziehen können" , erläutert Thomas Lipke, E-Commerce-Chef im BVH und Geschäftsführer des Versenders Globetrotter Ausrüstung.
Der Onlineumsatz mit Waren erreicht in diesem Jahr danach ein Plus von 23 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 10,9 Milliarden Euro). Am Gesamtumsatz des Versandhandels mit 28,6 Milliarden Euro hat der Vertriebsweg Internet nunmehr einen Anteil von 46,9 Prozent (Vorjahr: 39,5 Prozent).
Die reinen Internetversender verzeichnen zwar ein Plus von 57,3 Prozent auf 3,74 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,38 Milliarden Euro). Der Umsatz der eBay-Powerseller geht dagegen um 16,9 Prozent auf 2,08 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,50 Milliarden Euro) zurück.
Stagnation kennzeichnet den Absatz von Dienstleistungen im Internet: Hier belaufen sich die Ausgaben wie im Vorjahr auf 5,9 Milliarden Euro. 44 Prozent davon (Vorjahr: 37 Prozent) entfallen auf den Bereich Mobilität (Flugtickets, Bahntickets, Mietwagen). 27 Prozent (Vorjahr: 34 Prozent) entfallen auf Pauschalreisen und Übernachtungen. 9 Prozent (Vorjahr: 9 Prozent) sind Entertainment-Ausgaben für MP3-Dateien, Klingeltöne, Spiele und Ähnliches.
Die umsatzstärkste Warengruppe im Internet ist die Kategorie "Bekleidung, Textilien und Schuhe". Insgesamt geben die Deutschen hier rund 4,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,9 Milliarden Euro) am Monitor aus (+18,2 Prozent).
Der Umsatz mit Medien ist gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig (-2,5 Prozent). Bücher, CDs und DVDs erreichen einen Gesamtumsatz von 1,94 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,99 Milliarden Euro). Amazon-Deutschland-Sprecherin Christine Höger erklärte Golem.de, dass das Unternehmen weder zu einzelnen Landesmärkten noch zu Produktgruppen gesonderte Umsatzergebnisse ausweise. "Dazu kann ich gar nichts sagen" , erklärte sie. Der Onlinehändler konnte am 22. Oktober 2008 starke Quartalsergebnisse vorlegen. Der Gewinn stieg weltweit um 48 Prozent auf 118 Millionen US-Dollar. Doch für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft gab Amazon einen ernüchternden Ausblick.
78 Prozent der BVH-Mitgliedsunternehmen hoffen auf steigende E-Commerce-Umsätze zu Weihnachten.



