GNU FDL wird Creative-Commons-kompatibel
Die GNU Free Document License(öffnet im neuen Fenster) hat eine wichtige Überarbeitung erfahren. Zwar lässt Version 2.0 noch länger auf sich warten, aber auf Anregung der Wikimedia Foundation hat das GNU-Projekt gestern eine aktualisierte Version herausgegeben. Die GNU FDL 1.3(öffnet im neuen Fenster) sorgt dafür, dass "etliche Materialien, die unter dieser Lizenz veröffentlicht sind, auch unter den Bedingungen der CC-BY-SA-3.0-Lizenz(öffnet im neuen Fenster) verwendet werden können" , heißt es in der FAQ zu der neuen Lizenz(öffnet im neuen Fenster) . Das betrifft in allererster Linie die Wikipedia, deren Inhalte unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation (GNU FDL) stehen und bislang nicht unter der CC-BY-SA-3.0-Lizenz genutzt werden konnten.
Zum Zweck der Herstellung von Lizenzkompatibilität hat das GNU Project den Abschnitt 11 neu in die FDL eingeführt. Dieser besagt im Kern, dass Websites, an denen beliebig viele Autoren mitarbeiten dürfen, "zum Beispiel ein öffentliches Wiki, das jeder bearbeiten kann" , und deren Inhalte bisher unter FDL (Version 1.2 oder älter) stehen, ihre Inhalte unter Version 1.3 der FDL bis zum 1. August 2009 unter der CC-BY-SA-3.0-Lizenz "relizenzieren" dürfen. Das gilt allerdings nur für "Materialien unter der FDL, die vor dem 1. November 2008 zur Wikipedia hinzugefügt wurden" . Mit den beiden Fristen will das GNU Project "einen Missbrauch" verhindern und Projekte dazu anhalten, sich für eine bestimmte Lizenz zu entscheiden.
Lawrence Lessig, Initiator des Creative-Commons-Projekts, zeigt sich in seinem Blog von dem Schritt der Free Software Foundation begeistert – dies seien "enorm wichtige Neuigkeiten" . Lessig weiter(öffnet im neuen Fenster) : "Man kann die Bedeutung dieser Änderung für die freie Kultur kaum überschätzen. Bis zum heutigen Tage hat die Bewegung für eine freie Kultur einen Kardinalfehler: Ihr wichtigstes Projekt – die Wikipedia – ist in einer Art und Weise lizenziert, die ihre Inhalte inkompatibel zu einer sehr großen Menge anderer Inhalte der freien Kultur macht. [...] Die jetzt erfolgte Änderung [an der FDL] würde Interoperabilität zwischen Projekten der freien Kultur erlauben, ganz wie die Vorherrschaft der GNU GPL Interoperabilität zwischen Projekten der freien Software erlaubt." [von Robert A. Gehring]
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