Abschreiben aus dem Internet wird schwerer
Software zur Plagiatserkennung wird besser
Softwareprodukte zur Erkennung von Plagiaten in Schul- und Hochschulaufsätzen wurden deutlich verbessert. Während bisherige Tests eher ernüchternd ausfielen, sind nun 75 Prozent der Diebstähle fremder Ideen erkennbar. Testsieger ist die Software "Copyscape Premium" von Indigo Stream Technologies, die auch Google-Alerts betreiben.
Schul- und Hochschullehrer können oft nicht erkennen, ob Hausarbeiten tatsächlich selbst erarbeitet oder einfach aus dem Internet per Copy-and-Paste zusammengesetzt wurden. Oft werden ganze Passagen der Onlineenzyklopädie Wikipedia oder Microsofts digitalem Lexikon Encarta entnommen und notdürftig umgeschrieben. War Software zur Plagiatserkennung in der Vergangenheit kaum eine Hilfe, zeichnet sich nun eine Lösung ab. "Die Systeme haben sich deutlich gebessert", so Debora Weber-Wulff, Plagiatsforscherin an der Berliner Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW). Laut der Testergebnisse in den Jahren 2004 und 2007 waren die Produkte noch relativ nutzlos. "Während man bis vor kurzem genauso gut eine Münze hätte werfen können, vermochten die guten Softwareprodukte jetzt mindestens 75 Prozent der Testfälle richtig zu deuten".
16 von 24 Softwareprodukten konnten von den Wissenschaftlern bewertet werden. Die Systeme wurden mit 41 Aufsätzen konfrontiert, um die Erkennungsrate fremder Textpassagen zu testen. Aktueller Testsieger ist die Software "Copyscape Premium" von Indigo Stream Technologies. Die von Gideon Greenspan gegründete Firma ist mit dem Dienst "Google Alerts", der Treffer der Suchmaschine per E-Mail mitteilt, bereits Partner des US-Internetkonzerns Google. Die Oberfläche sei einfach zu bedienen, so die Tester. Da die Berichte etwas umständlich zu handhaben sind, gab es allerdings einen Punktabzug. Auch fehlte eine Quantifizierung des Übereinstimmungsgrads bei aufgefundenen Textpassagen. Jeder Test kostet 5 US-Cent und dauert circa 3 Minuten. Möglich waren nur Überprüfungen kurzer Texte mit einer maximalen Anzahl von 2.000 Wörtern.
Weiterhin problematisch bewertet das Team um Weber-Wulff Systeme wie "TurnItIn Global" oder "Plagairism-Finder". TurnItIn Global hatte Schwierigkeiten mit Umlauten und erwies sich deshalb für Deutsch als unbrauchbar. Plagiarism-Finder stürzte im Text mehrfach ab. Bei Testwiederholungen kamen verschiedene Ergebnisse heraus. Auch Tests, die innerhalb von 10 Minuten wiederholt wurden, schwankten zwischen 43 bis 80 Prozent, bei einem Text, der ein Komplettplagiat war. Fazit: unbrauchbar.
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