Wie das neue User-Interface für Firefox entsteht
Hinter Ubiquity steckt aber mehr. Derzeit geht es darum, Web und Sprache miteinander zu verbinden, doch dieser Beschreibung könnte das Projekt schon bald entwachsen. Ubiquity kann auch über das Kontextmenü benutzt werden, das die jeweils zu einer Auswahl verfügbaren Ubiquity-Kommandos anzeigt: "Markiert man eine Adresse und klickt mit der rechten Maustaste, stellt Ubiquity fest, dass es sich um eine Adresse handelt und will sie auf einer Landkarte anzeigen. Markiert man eine E-Mail-Adresse oder Person, die man kennt, wird Ubiquity vorschlagen, eine E-Mail an diese Person zu verschicken."
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Neue Ubiquity-Kommandos lassen sich wie Bookmarks dem eigenen Browser hinzufügen. Künftig soll es ebenso einfach werden, ein komplett neues Interface aus den damit zur Verfügung stehenden Funktionen zu schaffen, ob ein Kreismenü, etwas das wie Quicksilver funktioniert, eine Erweiterung der Awesomebar oder etwas ganz Neues. Ubiquity soll auf diesem Weg die Einstiegshürden für Experimente mit User-Interfaces verringern: "Jeder, der ein bisschen JavaScript und HTML beherrscht, kann ein neues Interface bauen. Wenn das klappt, können wir uns sehr schnell dem bestmöglichen Interface nähern", sagt Raskin zuversichtlich.

Ubiquity
Die Massen soll Ubiquity in seiner aktuellen Form also nicht erobern, vielmehr könnte die Kommandozeile in die URL-Zeile wandern und in die Awesombar integriert werden. Diese Art von Kommandozeile sei längst allgemein akzeptiert: "Einst tippte man in seine Kommandozeile pine, um E-Mails anzuzeigen, heute tippen die meisten gmail.com". Die heutige Version von Ubiquity befinde sich auf dem Stand eines Alphaprototypen in der Version 0.1. Das hässliche Aussehen sei bewusst gewählt, denn es sei einfacher, etwas besser zu machen, was schlecht aussieht.
"Das funktioniert. Nachdem wir Ubiquity veröffentlicht hatten, haben einige Leute, die es hässlich fanden, angefangen, nicht nur Skins für Ubiquity zu entwickeln, sondern zugleich einen Mechanismus, um Skins weitergeben zu können. Die Leute sehen es, verbessern es und sind inspiriert", freut sich Raskin. Heute hat Ubiquity rund 400.000 Nutzer, versteht neben Englisch auch Japanisch und wird fast täglich um neue Kommandos erweitert.
Der Weg zu einem humaneren Interface, wie Raskin ihn versteht, braucht Mut, Neues auszuprobieren, Anregungen von außen aufzugreifen und Ideen, die sich als unpraktikabel erweisen, zu verwerfen. Der Webbrowser steht für ihn dabei im Fokus, die Ideen und Konzepte sind aber nicht darauf beschränkt. Es handelt sich um einen offenen Prozess. Es müssen gleichzeitig neue Möglichkeiten ausgelotet werden, wie neue Ideen gesammelt, diskutiert und weiterentwickelt sowie radikale Ansätze ausprobiert werden können.
Das Web verändert sich - von einfachen Inhalten hin zu komplexen, über mehrere Websites hinweg verteilten Anwendungen. Die Möglichkeiten nehmen zu und es könnte sein, dass sich die Art, wie sie genutzt werden können, verbessern lässt. Es gibt dabei nicht eine richtige Antwort. Wenn viele unterschiedliche Wege begangen werden, dann findet sich vielleicht der ein oder andere, der nach Rom führt.
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...mit einem interessanten Menschen, noch dazu in angenehmer Auflösung. Danke Golem...
Wenn ich den weiten Weg von schneller Eingabe per Tastatur auf ,,lange zielen'' und...
Ahja, jetzt waerst du beinah bei einem Argument angekommen, wenn's nicht leider Off...
wie hier die eine Seite der anderen Seite reindrückt, dass sie einfach nur blöde und...