Wie das neue User-Interface für Firefox entsteht
Schau was deine Nutzer machen, aber frage sie nie, was sie wollen

Fennec - mobiler Firefox
Die Nutzer darüber abstimmen zu lassen, was sie wollen, hält Raskin indes nicht für eine gute Idee. Er hält sich eher an den Satz: "Schau genau was deine Nutzer machen, aber frage sie nie, was sie wollen." Menschen seien schlecht darin, ihre eigenen Bedürfnisse einzuschätzen: "Das lässt sich einfach testen, indem Leute gefragt werden, was sie zum Abendessen wollen. Die Antwort ist in der Regel: 'Keine Ahnung'. Wenn sie aber im Restaurant sitzen und etwas serviert bekommen, stellen sie fest, dass es köstlich ist. Sie wären aber nie auf die Idee gekommen, es so zuzubereiten."
Ähnlich funktioniert laut Raskin Interface-Design. Gewiss solle man seinen Nutzern zuhören, aber es gehe dabei weniger um das konkret Gesagte, sondern um das, was die Nutzer eigentlich meinen. Es sei daher viel einfacher, die Nutzer zu beobachten, als ihnen zuzuhören. "Denn dabei sieht man, was getan werden muss".
Wie viele andere Open-Source-Projekte arbeite auch Mozilla nach dem Prinzip des generellen Konsens. "Wenn man sich einem richtigen Ziel nähern will, braucht es eine treibende Kraft". Es bedarf einer kleinen Gruppe von Menschen, die sich die Zeit nimmt, die Sache genauer zu untersuchen und zwischen dem, was die Leute sagen und dem, was sie meinen, zu übersetzen.
Zeichen für ein besseres User-Interface

Awesombar in Firefox 3.1
Wie aber lässt sich feststellen, ob ein Interface besser ist als ein anderes? Schließlich lässt sich über Geschmack streiten. Raskin plädiert dafür, Interface-Design mehr als Wissenschaft zu betrachten und weniger als Kunst. "In den 1980er-Jahren entstand die sogenannte GOMS-Analyse. Sie erlaubt es herauszufinden, wie lange es dauert, ein Interface zu benutzen, bevor es programmiert wird". Sie sagt allerdings nichts darüber aus, wie leicht ein Interface zu erlernen ist "oder ob es hübsch aussieht".
Als Maß für die Güte eines Interface ist auch die Informationseffizienz hilfreich: "Ingenieure wissen genau, wie sie die Effizienz eines Motors messen. Es ist das Verhältnis der Energie, die man hineinsteckt, zu der Energie, die man erhält." Ähnlich sei es mit Informationen: "Wie viele Informationen benötigt der Computer, um etwas zu tun, und wie viele Informationen werden eingegeben."
Raskin erklärt das am Beispiel einer Dialogbox: Im Extremfall benötigt der Computer keine Informationen, der Nutzer hat nur die Wahl, auf OK zu klicken. "Daraus resultiert null Information, aber man steckt mindestens einen Klick hinein. Die Informationseffizienz dieses Interface ist also null. Es ist ganz klar, dass das besser geht." Wie hoch die Informationseffizienz ist, verrät zwar noch nicht, wie das beste Interface aussieht. "Aber es zeigt an, wann man aufhören kann, es weiterzuentwickeln."
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...mit einem interessanten Menschen, noch dazu in angenehmer Auflösung. Danke Golem...
Wenn ich den weiten Weg von schneller Eingabe per Tastatur auf ,,lange zielen'' und...
Ahja, jetzt waerst du beinah bei einem Argument angekommen, wenn's nicht leider Off...
wie hier die eine Seite der anderen Seite reindrückt, dass sie einfach nur blöde und...