Wie das neue User-Interface für Firefox entsteht

Neue Tabs sollen nützlicher werden

Tab-Wiederherstellung aus neuen Tabs
Tab-Wiederherstellung aus neuen Tabs
Firefox 3.1 wird voraussichtlich eine auffallende Änderung mit sich bringen, die auf die Arbeit des Teams um Raskin zurückgeht - ein drittes Beispiel für ein verschwindendes Interface. Derzeit sind neu geöffnete Tabs leer. Das sei eigentlich nie das, was der Nutzer will, glaubt Raskin. "Wir sollten ihm etwas geben, das besser ist als das, was er nicht will".

Neue Tabs
Neue Tabs
Die neuen Tabs sollen deshalb nützlicher werden: Am Fuß der Seite zeigen sie künftig kleine Screenshots von Websites, die der Nutzer als Startpunkt benutzt. Direkt unter den kleinen Screenshots werden Auszüge aus den RSS-Feeds der jeweiligen Seiten eingebunden: "Wer oft auf seine E-Mails zugreift - fast jeder Webmaildienst bietet heute RSS-Feeds an -, sieht ohne jegliche Konfiguration seine neuesten E-Mails. Unter der Vorschau der Kalenderwebsite stehen die nächsten Termine und die Vorschauen von Nachrichtenseiten werden um die aktuellen Schlagzeilen ergänzt."

 

So sollen RSS-Feeds die Massen erobern, denn niemand muss mehr wissen, was RSS ist, um es zu nutzen. Das Interface verschwinde regelrecht.

Mozilla Labs als Experimentierfeld

Mozilla Labs
Mozilla Labs
Das Umfeld, in dem sich die von Raskin geforderte Experimentierlust auf dem Weg zu einem humanen Interface austoben kann, stellen die Mozilla Labs. Hier werden neue Ideen ausprobiert, denn Mozilla will nicht jede Idee gleich auf seine rund 200 Millionen Nutzer loslassen. Bei den Entwicklern von Firefox gebe es nämlich, so Raskin, eine starke Ablehnungskultur. Die sei allerdings auch dafür verantwortlich, dass das Standard-User-Interface von Firefox schlicht bleibe und nicht mit Funktionen überladen werde.

Vornehmlich in Labs werden die neuen Ideen ausprobiert, diskutiert, verbessert und verworfen. Das geschieht allerdings nicht im stillen Kämmerlein, sondern mit großer Offenheit - schließlich versteht sich Mozilla als Teil seiner Community. Daher ist es auch unerheblich, ob die Ideen in den Büros von Mozilla entstehen oder außerhalb. Am Labs-Projekt Ubiquity sind derzeit beispielsweise acht Entwickler beteiligt, nur drei sind bei Mozilla angestellt, fünf kommen von außerhalb.

"Design by committee" funktioniere nicht, sagt Raskin. "Wir sehen uns in der Regel als Katalysator. Wir suchen etwas, wo Firefox besser sein könnte und fangen an, darüber zu bloggen". Innerhalb einer Woche entstanden so drei funktionierende Prototypen für neu geöffnete Tabs in Firefox - ohne dass von Mozilla Labs jemand daran beteiligt war.

Mozilla Labs - Concept Series
Mozilla Labs - Concept Series
Ein weiteres Vehikel, um Ideen zu entwickeln und über sie zu diskutieren, ist die sogenannte Konzeptserie. Sie soll für die Webindustrie so etwas sein wie Konzeptautos in der Automobilindustrie: "Jeder kann etwas Sichtbares, Denkbares oder Berührbares schaffen. Und jedes dieser Artefakte kann andere dazu inspirieren, es umzusetzen.". Einen formalen Prozess gebe es hier nicht, das Ganze funktioniere eher ad hoc: "Menschen arbeiten zusammen, begeistern sich, reden. Es ist ein Dialog, eine Diskussion, aus der Design hervorgeht. Es ist eine Brainstorming-Session über Raum und Zeit hinweg", beschreibt Raskin die Arbeit.

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peter pan_ 19. Nov 2008

...mit einem interessanten Menschen, noch dazu in angenehmer Auflösung. Danke Golem...

laberbacke 10. Nov 2008

Wenn ich den weiten Weg von schneller Eingabe per Tastatur auf ,,lange zielen'' und...

sn4fu 09. Nov 2008

Ahja, jetzt waerst du beinah bei einem Argument angekommen, wenn's nicht leider Off...

Gernot 09. Nov 2008

wie hier die eine Seite der anderen Seite reindrückt, dass sie einfach nur blöde und...



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