Hardware schützt vor Neutronen aus dem All

Hardwaresystem erkennt Fehler und fährt Rechenleistung herunter

Ein Hagener Wissenschaftler hat ein Hardwaresystem entwickelt, das Störungen durch elektrische geladene Teilchen im Computer unterbindet. Seine Idee war es, Computer vor dem Beschuss durch Neutronen aus dem All zu schützen.

Artikel veröffentlicht am ,

Der Hagener Forscher Bernhard Fechner hat eine Möglichkeit gefunden, die Störungen eines Computers durch elektrische geladene Teilchen zu vermeiden. Fechner hat eine Automatik entwickelt, die ständig im Hintergrund läuft und aktiv wird, wenn Fehler auftreten. Dann schaltet sie Komponenten zu, um diese Fehler aufzuspüren. Steigt die Fehlerrate schnell an, vermindert das System die Rechenleistung des Computers. "Da ein Rechner umso gefährdeter ist, je schneller er arbeitet, heißt das im Umkehrschluss: langsameres Arbeiten - weniger Fehler", erklärt Fechner. Wird die Fehlerrate zu hoch, schaltet das System den Prozessor ab.

Stellenmarkt
  1. IT-Service-Management - interne Prozesse & IT-Ausstattung (w/m/d)
    Dataport, verschiedene Standorte
  2. Projektmanager Motor / Fleet (m/w/d)
    Gateway Digital Services, Stuttgart
Detailsuche

Bernhard Fechner (Bild: Fernuniversität Hagen)
Bernhard Fechner (Bild: Fernuniversität Hagen)
Die Fehler erkennt das System über das Echo eines Programms. Es vergleicht Echo und Programm bei Abfolgen von Anweisungen, die mehrfach durchlaufen werden, und erkennt daran, ob der Computer einwandfrei läuft. Der zeitliche Versatz zwischen dem Programm und seinem Echo soll im Durchschnitt etwa fünf Takte betragen. Bei einer Taktfrequenz von 1 Gigahertz sind das 5 Nanosekunden. Tritt eine Differenz auf, deutet das auf einen Fehler hin.

Da Leiterbahnen und Transistoren auf den Chips immer kleiner werden, steigt das Risiko, dass die oft nur wenige Atome dicken Strukturen durch elektrisch geladene Partikel wie Neutronen beschädigt werden. Das gilt für Server ebenso wie für schnelle Desktop-PCs. Selbst die Elektronik in Autos und Flugzeugen kann dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden. Wenn die Neutronen ein Chipbauteil treffen, kann sich eine Falschladung ausbreiten und eine Fehlfunktion des Chips verursachen. "Wenn bei einem Bild nur ein Pixel 'kippt', macht das selten etwas", erklärt Fechner. "Doch was ist, wenn beim Überholen auf der Autobahn plötzlich der Motor 'stottert', das Antiblockiersystem versagt oder beim Onlinebanking ein anderer Betrag überwiesen wird?", verdeutlicht er mögliche Auswirkungen.

Dass Schutz vor Neutronen aus dem Weltall auch auf der Erde nötig ist, hat eine Untersuchung in Kiel gezeigt: Dabei wurden pro Stunde im Schnitt 6.300 Neutroneneinschläge auf der Fläche von einem Quadratzentimeter gemessen. Der Rekordwert lag sogar bei 14.400 Einschlägen. "Mit Sicherheit ist eine Anzahl von Neutronen dabei, die genügend Energie haben, um Computer zu schädigen", sagt Fechner. Da die Neutronen auch Mauern durchdringen, kann man sich vor der Strahlung nicht schützen. Deshalb müsse man Fehler erkennen und korrigieren können, so Fechner.

Golem Akademie
  1. Kubernetes Dive-in-Workshop: virtueller Drei-Tage-Workshop
    19.-21.07.2022, Virtuell
  2. IT-Sicherheit für Webentwickler: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    19./20.05.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Bernhard Fechner arbeitet am Lehrgebiet Parallelität und VLSI der Fernuniversität in Hagen. Die Forscher an diesem Fachbereich haben das Ziel, mit Hardwarekomponenten eine Verfügbarkeit von Computern zu erreichen, die Software bei gleichen Kosten nicht erreichen kann.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Bernhard Fechner 03. Nov 2008

vielen Dank, dass Sie den Artikel so aufmerksam gelesen haben. Tatsächlich ist der...

Spendierhose 03. Nov 2008

Schlichtweg die "Ausgabe" oder auch "Rückmeldung" eines Programms zu einer bestimmten...

spyrospastiker 02. Nov 2008

Die Wirkung auf lebende Materie ist ebenfalls meist schädlich. Sie beruht bei schnellen...

Bitrainer 02. Nov 2008

Wenn die Bits ausfällig werden, schicke ich sie ohne Abendbrot aufs Zimmer. Alles eine...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Forschung
Blaualge versorgt Computer sechs Monate mit Strom

Ein Forschungsteam hat einen Mikroprozessor sechs Monate ununterbrochen mit Strom versorgt. Die Algen lieferten sogar bei Dunkelheit.

Forschung: Blaualge versorgt Computer sechs Monate mit Strom
Artikel
  1. EC-Karte: Trotz Kartensperre können Diebe stundenlang Geld abheben
    EC-Karte
    Trotz Kartensperre können Diebe stundenlang Geld abheben

    Eine Sperre der Girocard wird nicht immer sofort aktiv. Verbraucher können sich bereits im Vorfeld schützen.

  2. Swisscom-Chef: Vermasselt habe ich nichts
    Swisscom-Chef
    "Vermasselt habe ich nichts"

    Urs Schaeppi gibt den Chefposten bei Swisscom auf. Sein Rückblick auf neun Jahre Konzernführung fällt ungewöhnlich offen aus.

  3. EV Driver Survey: Elektroautos bei IT-Experten besonders beliebt
    EV Driver Survey
    Elektroautos bei IT-Experten besonders beliebt

    Fahrerlebnis und Technik sind für Fahrer von Elektroautos der größte Zusatznutzen dieser Mobilitätsform. Fast alle würden wieder ein E-Auto kaufen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • LG OLED TV (2021) 77" günstig wie nie: 1.771,60€ statt 4.699€ • Grakas günstig wie nie (u. a. RTX 3080Ti 1.285€) • Samsung SSD 1TB (PS5-komp.) + Heatsink günstig wie nie: 143,99€ • Microsoft Surface günstig wie nie • Jubiläumsdeals MediaMarkt • Bosch Prof. bis 53% günstiger[Werbung]
    •  /