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Filmindustrie setzt Film-DVD-Automatenbetreiber unter Druck

Redbox soll DVDs lieber vernichten, statt sie billig zu verbreiten. Redbox Automated Retail, ein US-Unternehmen, das Film-DVDs über Automaten verleiht, wehrt sich gegen Knebelverträge durch den Hollywood-Konzern Universal. Mit einer Klage bei einem US-Bundesgericht will der Betreiber sein Geschäftsmodell verteidigen.
/ Achim Sawall
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Das Filmstudio Universal will Redbox, eine Firma, die in den USA 10.000 Automaten betreibt, an denen Film-DVDs für 1 US-Dollar pro Nacht verliehen werden, einen neuen Vertrag aufzwingen. Danach soll das Unternehmen künftig 40 Prozent seines Bruttoverleihumsatzes an Universal abführen. Zudem sollen Filme erst 45 Tage nach Erscheinen der Leih-DVD an den Billigstationen verfügbar sein. Weiter verlangt wird die Zusicherung, die Preise nicht unter 99 US-Cent zu senken, und den Verkauf von Gebrauchtfilmen für 7 US-Dollar pro Stück einzustellen. Die so angebotenen Filme, für die es meist nur Verleih-, aber keine Verkaufsrechte gibt, soll Redbox vernichten.

Redbox hat seine Stationen US-weit bei Filialen der Fastfoodkette McDonald's, in Apotheken und Lebensmittelketten aufgestellt, und gilt nach Angaben der Branchenorganisation Entertainment Merchants Association als fünftgrößter DVD-Verleiher der USA. Eigner sind McDonald's Ventures, die Risikokapitaltochter des Imbisskonzerns, und der Münzwechselbetreiber Coinstar.

Redbox ist im Jahr 2002 an den Start gegangen, und lässt seine Automaten seit Mai 2005 von dem Auftragshersteller Flextronics bauen. Die Bedienung erfolgt über interaktive Touchscreens. Jede Maschine enthält circa 600 Titel, davon sind 70 bis 200 aktuelle Neuerscheinungen. Die Rückgabe kann am nächsten Tag bei jeder beliebigen Redbox erfolgen. Da die Automaten über ein Webinterface verfügen, lassen sich Film-DVDs in Echtzeit reservieren. Wer Filme nicht zurückgibt, zahlt maximal einen Bruttopreis von 25 US-Dollar, und kann den Datenträger damit behalten.

"Eines von Redbox-Kernprinzipien ist es, den Kunden neue Filme für 1 Dollar pro Nacht zu bieten" , heißt es in der Klagebegründung(öffnet im neuen Fenster) von Redbox. Man plane, dies fortzuführen.

Wie die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) berichtet(öffnet im neuen Fenster) , droht Universal im Falle einer Weigerung mit einem Lieferstopp an Ingram und VPD, die den Automatenbetreiber beliefern. "Universal Studios will Filme offenbar lieber millionenfach shreddern lassen, statt sie für 1 Dollar zu verleihen“ , so die EFF.


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