SideSight macht den Tisch zum Touchscreen
Eine der Neuerungen, mit denen Apples iPhone Nutzer fasziniert hat, ist das Bedienkonzept, das sich wohltuend von der üblichen Bedienung über die Tastatur oder 5-Wege-Navigator abhebt: Das Gerät verfügt über einen Touchscreen, auf dem Nutzer etwa durch Schieben zwischen Fenstern wechseln oder Bilder vergrößern können, indem sie zwei Finger auseinander ziehen.
| |
| Video: Bei Apple abgeschaut? So funktioniert SideSight |
Alex Butler, Shahram Izadi und Steve Hodges, Entwickler im Microsoft-Labor im britischen Cambridge, haben ein Bedienkonzept entwickelt, das über Apples hinausgeht: Das System mit dem Namen SideSight erweitert die Bedienoberfläche, indem es sie auf eine flache Oberfläche wie den Tisch, auf dem das Gerät liegt, ausdehnt. Statt auf dem Bildschirm agieren die Nutzer mit einem oder mehreren Fingern auf dem Tisch und bedienen so ihr Mobiltelefon. Nach Angaben der Microsoft-Entwickler eignet sich SideSight deshalb besonders gut für Geräte mit einem Bildschirm, der zu klein ist, um darauf bequem mit dem Finger navigieren zu können, wie etwa MP3-Player oder Armbanduhr.
Die einfachste Möglichkeit SideSight zu nutzen ist der Einsatz des Fingers als Maus: Der Cursor auf dem Bildschirm folgt den Bewegungen des Fingers auf der Tischplatte. Ein Tippen mit dem anderen dient als Mausklick. Wie beim iPhone kann der Nutzer auch mit SideSight Objekte bewegen, indem er mit zwei Fingern links und rechts neben dem Gerät agiert. Bewegt er die Finger in entgegengesetzte Richtungen, kann er ein Foto drehen. Zieht er die Finger auseinander oder schiebt sie zusammen, wird das Foto größer oder kleiner.
In der ersten Version haben Butler, Izadi und Hodges SideSight als Multi-Touch-System entwickelt, das auf einer ebenen Fläche eingesetzt wird. Sie wollen es jedoch so erweitern, dass es möglich ist, das Gerät mit einer Hand zu halten und es mit der anderen in der Luft zu bedienen. Da der Energie ein wichtiger Faktor für mobile Geräte ist, wollen sich die Entwickler auch mit dieser Frage noch beschäftigen. Der Prototyp sei, schreiben sie, noch nicht optimiert. Eine Möglichkeit, den Stromverbrauch zu senken, könnte die Verringerung der Zahl der IR-Dioden sein, die die größten Verbraucher in dem System sind.



