The Old Republic - was Bioware für Star Wars plant
Den Hintergrund des Onlinrollenspiels bildet die Galaktische Republik, die mit Hilfe der Jedi das bekannte Universum regiert und für Frieden und Fortschritt gesorgt hatte. Doch außerhalb der bekannten Welten war ein mächtiges Sith-Imperium geschmiedet worden. Mit einem Überraschungsangriff war es den Sith dann gelungen, Dutzende von kleineren Welten zu erobern oder zu verwüsten und bis nach Coruscant vorzustoßen, dem Hauptplaneten der Republik.
Dem Senat der Republik war nichts anderes übrig geblieben, als sich auf die Bedingungen der Sith einzulassen und einen Friedensvertrag zu unterzeichnen. In den folgenden Jahren des Chaos wurde den Jedi Versagen vorgeworfen, und der Orden zog sich auf die Welt Tython zurück, auch wenn er sich weiter der Republik verpflichtet fühlte. Die Republik versuchte mühsam, ihre Infrastruktur wiederherzustellen und aufzurüsten – unter anderem trainierte sie neue Elite-Soldaten, welche die Jedis teilweise ersetzten. Doch auch das Sith-Imperium trainierte neue Kämpfer und bereitete sich auf die finale Auseinandersetzung mit der Republik vor.
Die wiedererstarkte Republik und das Sith-Imperium stehen sich nun gegenüber. Die Situation ist kritisch. In zahllosen Grenzkonflikten und Stellvertreterkriegen kommt es zu Gefechten zwischen den Parteien, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis der wackelige Frieden von Coruscant einem offenen Krieg weicht.
Jeder Charakter soll eine individuelle Story erleben, abhängig von seiner Klasse. Zusätzlich sollen Entscheidungen im Spiel die Handlung verändern. "Choices that matter" nannte Erickson dieses Prinzip. Eine Replay- oder Save-Funktion gibt es, wie in jedem MMORPG, natürlich nicht. Hat sich der Spieler einmal entschieden, beeinflusst das die weitere Geschichte seines Charakters. Auch die Moral funktioniert nach diesem Prinzip: Entscheidungen des Spielers bestimmen, wie gut oder böse der Charakter ist, wobei auch Graustufen möglich sind.
Zusätzlich zur erlebten individuellen Story jeder Figur gibt es eine große, globale Geschichte, die die Spieler gemeinsam mit anderen erleben können. Dabei wird der drohende Krieg zwischen Sith-Imperium und Republik eine große Rolle spielen.
Es geht den Entwicklern darum, dass der Spieler eine emotionale Bindung zu seinem Gefährten aufbaut. Wer seinen Begleiter satt hat, kann einen anderen mit ins Abenteuer nehmen – mehr als ein KI-Kumpel zur selben Zeit wird allerdings nicht möglich sein. Companions verfügen über eigene Werte, die gesteigert werden können, und Bioware will dafür sorgen, dass sich die Begleiter der Spieler voneinander unterscheiden und nicht alle gleich aussehen. Wie stark der Spieler mit seinem Sidekick interagiert, bleibt ihm selbst überlassen.
Überhaupt soll der Spieler so wenig wie möglich in eine bestimmte Richtung gedrängt werden. Wer Fan der alten "Knights of the Old Republic"-Spiele ist, wird The Old Republic wie ein Solospiel quasi ohne Interaktion mit anderen spielen können. Natürlich wird auch für die Multiplayer-Fans gesorgt, unabhängig davon, wie viel Zeit sie in das Spiel investieren wollen. "Alles, was man von einem MMORPG erwartet, wird SWTOR bieten", verkündeten die Entwickler, und bejahten damit Fragen nach Features wie PVP, Grinden oder speziellen Items.
Die Spieler steuern außergewöhnliche Figuren und sollen sofort Heldentaten vollbringen – und sich nicht mit dem Töten von Kleintier aufhalten. So wird das erste Monster, mit dem ein Sith es zu tun bekommt, ein Monster sein, das einem Tausendfüßler ähnelt und die Spielfigur an Größe deutlich überragt. Die Kämpfe sollen actiongeladen sein, und es wird sowohl mit dem Blaster als auch dem Lichtschwert zur Sache gehen. Beim Lichtschwert-Duell wirbeln die Kämpfer wie in den Filmen umher, lassen die Säbel aufeinander schlagen und Funken sprühen. Die gezeigten Szenen lassen auf choreographierte Kämpfe hoffen, bei denen die Bewegungen der Helden aufeinander abgestimmt sind, und nicht bloß auf zwei oder drei immer gleiche Angriffsmuster. Beim Aussehen und den Animationen soll das Gefühl der alten Filme eingefangen werden. So werden auch Sith und Jedi ganz unterschiedlich im Kampf vorgehen: Während die Jedi mit flüssigen Bewegungen agieren, sind die Sith aggressiver und haben eine härtere Gangart. Auch die Macht kann auf verschiedene Arten eingesetzt werden.
Auch außerhalb der Kämpfe sollte die Grafik Star-Wars-Fans überzeugen. Art Director Jeff Dobson beschrieb den verwendeten Stil bei der Präsentation in San Francisco als "stilisierten Realismus", der nicht realistisch sei, sondern darüber hinaus gehe und "bigger than life" sein soll. Die Texturen werden alle von Hand gemalt und bewegen sich zwischen Zeichentrick und Realismus. Die verwendete Technik erlaubt es auch, dass Nutzer ohne Highend-PCs oder auf dem mobilen Zweitrechner in den vollen Genuss des Spiels kommen.
Zu Star Wars gehören auch Raumschiffe und Kämpfe im All. Ob und wie diese umgesetzt werden, hat Bioware noch nicht verraten. Die Entwickler hüllen sich in Schweigen: "Es wird verschiedene Planeten geben und man wird zwischen ihnen reisen können. Mehr sagen wir nicht!"
Wer bereits jetzt das Lichtschwert in einem Onlinerollenspiel schwingen möchte, kann das tun: Bereits seit 2003 läuft das MMORPG Star Wars Galaxies von Sony Online Entertainment und LucasArts. Es soll trotz der kommenden Konkurrenz weiter betrieben werden. [Peer Kröger]
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