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Sonos' ZonePlayer mit Last.fm und iPhone-Steuerung

Neue Firmware 2.70 und kostenlose Software für iPhone und ipod Touch. Sonos hat den Musikdienst Last.fm für seinen ZonePlayer entdeckt und lädt zum Scrobbling ohne Computer ein. Die Steuerung der auf Mehrraum-Beschallung ausgelegten Netzwerk-Audioplayer ist außerdem nicht mehr nur mit Controller oder Computer möglich, sondern auch kostenlos über iPhone und iPod Touch.
/ Christian Klaß
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Die von Sonos für alte und neue ZonePlayer-Modelle veröffentlichte Firmware mit der Versionsnummer 2.70 steht kostenlos zum Download zur Verfügung. Dabei gilt es, sowohl die einzelnen ZonePlayer als auch den Controller sowie die alternativ zur Steuerung nutzbare Windows- oder Mac-Software zu aktualisieren. Passend dazu gibt es eine iPhone- und iPod-Touch-Anwendung zur ZonePlayer-Steuerung, die ebenfalls kostenlos angeboten wird.

Nach der Installation der neuen Firmware präsentiert sich dem Nutzer eine deutlich umfangreichere und besser gepflegte Liste von Internet-Radiostationen - insgesamt rund 15.000 davon sollen sortiert in der Datenbank stehen. Damit die regionalen und in der Regel auch ins Internet streamenden Radiostationen leichter gefunden werden, gibt es eine neue Option zur Eingabe des eigenen Standorts. Allerdings funktionierte das im kurzen Test bei Golem.de noch nicht hundertprozentig. Das Hamburger Alsterradio beispielsweise ist über Kurzwelle sonst in Berlin nicht zu empfangen. Dennoch erfüllt die "Lokalradio" genannte Funktion ihren Zweck recht gut.

Der direkte Zugriff auf Napster war mit den ZonePlayern bereits möglich. Nun ermöglicht Sonos seinem Mehrraum-Beschallungssystem den Zugang zu Last.fm. Dabei ist der Hersteller aber Nachzügler, denn früher dran waren die Netzwerk-Audioplayer aus Logitechs Squeezebox-Serie und private Entwickler haben auch Terratecs Noxon iRadio und die SoundBridge von Roku/Pinnacle weitgehend Last.fm-tauglich gemacht.

Bei Last.fm lassen sich Lieblingskünstler auswählen, deren Lieder kostenlos anhören, ähnliche Musik wird empfohlen, anhand von Stichwörtern (Tags) können eigene Radiosender anlegelegt werden und es ist möglich, auf bereits existierende Tag-Radiosender zuzugreifen. Gefallen oder missfallen soeben abspielende Lieder, können sie mittels Scrobbling entsprechend eingestuft werden. Das ist nicht nur am PC, sondern auch über die untere Tastenleiste am Sonos-Controller und die neue Anwendung für iPhone und iPod Touch möglich.

Bei der Wiedergabe der über Last.fm zu empfangenen Musik werden - sofern verfügbar - Bilder der Künstler oder der jeweiligen Alben angezeigt. Last.fm-typisch kann der Nutzer nur indirekt das Musikprogramm beeinflussen; Pausieren und Zurückspringen sind nicht möglich, wohl aber das Springen zum nächsten Lied. Außerdem ist es nötig, sich bei Last.fm anzumelden. Im Gegensatz zu einem Abonnement ist das kostenlos. Erst mit einem kostenpflichtigen Abo können die ausgewählten Lieblingssongs auch direkt abgerufen werden. Ob kostenlos oder mit Abo: Last.fm macht abseits des PCs deutlich mehr Spaß.

Um die Sonos-Hardware auch mit iPhone und iPod Touch steuern zu können, gab es bereits kostenpflichtige Anwendung Dritter - zum Teil auch kostenlos mit drastisch abgespecktem Funktionsumfang. Darauf kann nun verzichtet werden, denn Sonos bietet über den App Store selbst seine Anwendung "Sonos" an, über die Apples Geräte kostenlos zu komfortablen ZonePlayer-Fernbedienungen werden. Noch fehlt allerdings eine deutsche Übersetzung, bisher ist die Anwendung nur mit englischen Texten zu haben.

Nach der Installation auf dem iPhone oder iPod Touch werden diese über WLAN in ein bestehendes Sonos-Netzwerk wie ein neuer ZonePlayer oder Controller eingebunden: An einem ZonePlayer oder einer ZoneBridge werden gleichzeitig die Knöpfe zum Stummschalten (Mute) und zur Lautstärkesteigerung (Vol +) gedrückt und die Suche nach neuen Geräten beginnt. Als solches werden iPhone oder iPod Touch mit laufender Sonos-Software erkannt.

Die Suche durch die private Musiksammlung im Heimnetz ist dann durch die Touchscreen-Bedienung und die virtuelle Tastatur einfacher als mit dem Controller. Dafür ist dieser aber spritzwassergeschützt und robuster als iPhone und iPod Touch. Auch auf diesen beiden Geräten lassen sich in verschiedenen Räumen (Zonen) platzierte ZonePlayer zwecks ständig synchronisierter Musikwiedergabe gruppieren oder getrennt betreiben, ohne jeweils die Musikwiedergabe zu unterbrechen. Die Lautstärke lässt sich für einzelne Räume oder das gesamte Haus einstellen.

Die ZonePlayer von Sonos werden mittels Ethernet oder WLAN-Brücke ins Heimnetz eingebunden, um auf Musik auf Netzwerklaufwerken, auf Onlinedienste oder auf Internetradiosender (MP3-, WMA-Streams) zuzugreifen. Die Abspielgeräte verbinden sich dabei auch untereinander zwecks Synchronisierung und Datentransfer über ein eigenes Mesh-Funknetz, so dass es reicht, wenn eines der Geräte mit dem Heimnetz verbunden ist und den anderen den Zugriff darauf ermöglicht. ZonePlayer können in Gruppen oder einzeln gesteuert werden. Zu den unterstützten Audioformaten zählen MP3, WMA (auch mit Windows Media DRM), AAC (MPEG4), Ogg Vorbis, Audible (Format 4), Apple Lossless, Flac-Musikdateien (verlustfrei) sowie unkomprimierte WAV- und AIFF-Dateien. Unterstützt werden zudem Musikdienste wie Napster, Pandora, Rhapsody 3.0+ - und Last.fm.


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