Telekom schickt Chef der T-Mobile-Sicherheit nach Hause
Die Telekom hat in den vergangenen Tagen vier Beschäftigte der Unternehmenssicherheit beim Mobilfunkbetreiber T-Mobile zwangsbeurlaubt. Sie seien dafür verantwortlich, Verbindungsdaten von unbequemen Journalisten, Aufsichtsräten und den eigenen Kollegen ausgespäht zu haben, erfuhr das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) aus dem Unternehmen.
Im Mai 2008 war bekannt geworden, dass die Telekom Menschen illegal überwacht hat, um herauszufinden, wer vertrauliche Informationen an die Medien weitergeleitet hatte. Es folgten Enthüllungen über einen ehemaligen Callcenter-Beschäftigten, der den Bonner Konzern mit gestohlenen Kundendaten erpresst habe. Kurz nach dem anschließenden Bekanntwerden des Diebstahls von über 17 Millionen Kundendaten bei T-Mobile im Oktober 2008 wurde eine weitere gefährliche Sicherheitslücke aufgedeckt, über die Daten von über 30 Millionen T-Mobile-Kunden abgerufen und manipuliert werden konnten.
Bis vor kurzem hatte die Telekom den T-Mobile-Mitarbeiter aus der Sicherheitsabteilung verteidigt, und erklärt, dieser habe nur im Auftrag und ohne Kenntnis darüber gehandelt, warum die illegale Datensammlung erfolgte. Nun sei aufgeflogen, dass der Beschuldigte Daten eigener Kollegen ausgespäht haben soll, um den Diebstahl von Kundendaten aufzudecken.
Am 29. Oktober 2008 will der neue Datenschutzvorstand Manfred Balz eine öffentliche Erklärung abgegeben.



