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Spieletest: Brothers in Arms 3 - Hell's Highway

Tolle Grafik beim Taktik-Shooter. Holland im Jahr 1944: Alliierte Soldaten rücken in Richtung Deutschland vor und mit ihnen ein gewisser Sergeant Baker. Ihn steuern Spieler im Taktik-Shooter "Brothers in Arms: Hell's Highway", während er auf PC und Konsole spannende Missionen an der virtuellen Westfront erlebt – und dabei manchmal rot sieht.
/ Peter Steinlechner
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"Hell's Highway" hieß im Zweiten Weltkrieg die Straße zwischen den niederländischen Städten Eindhoven, Veghel und Grave. Und es ist einer der Orte, an denen Computerspieler im Taktik-Shooter Brothers in Arms 3 von Ubisoft als amerikanischer Soldat antreten. Als Sergeant Matt Baker, Mitglied der legendären 101. Airborne Division, kämpfen PC-, Xbox-360- und Playstation-3-Krieger gegen die virtuelle Deutsche Wehrmacht und darum, 1944 möglichst schnell in Richtung Berlin vorzustoßen. Spieler agieren in der Ich-Perspektive als Baker und kommandieren gleichzeitig weitere US-Soldaten, indem sie direkt in der 3D-Ansicht Befehle erteilen und so dafür sorgen, dass Teamangriffe erfolgreich verlaufen.

Ähnlich wie in den Vorgängern Road to Hill 30 und Earned in Blood erteilt der Spieler seinen bis zu drei begleitenden Teams Kommandos. Wenn sich beispielsweise ein Trupp deutscher Soldaten in der Scheune eines Bauernhofs verschanzt hat, scheuchen ein paar einfache Mausklicks die verbündeten GIs zu einem schützende Mäuerchen möglichst nah am Feinde. Welche Mauer sich dafür eignet, ist für taktisch halbwegs aufgeschlossene Spieler sowohl direkt in der Umgebung wie auf einer Übersichtskarte meist überdeutlich zu erkennen. Ein paar weitere Mausklicks sorgen dafür, dass die Kameraden ihre Maschinengewehre oder sonstigen Schießprügel auf den Gegner richten. Solange der sich wegen des Sperrfeuers nicht rühren kann, markiert ein grauer Kreis direkt über ihm, dass sich der Spieler selbst relativ sicher an ihn heranpirschen und ihn dann unter Beschuss nehmen kann.

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Das Spielchen wiederholt sich immer wieder: Eigene Truppen platzieren, Sperrfeuer einrichten, an der Flanke bis zum Feind robben und dann möglichst viele Gegner möglichst schnell ausschalten. In Hell's Highway kann Baker hinter Mauern, Pfosten, umgestürzten Autos oder sonstigen Hindernissen mit der "Q"-Taste in Deckung gehen und ist dann in Sicherheit vor direkten feindlichen Kugeln. Von dort aus feuert er per Knopfdruck schnell ein paar Schüsse, um dann schnell wieder den Kopf einzuziehen. Die Levels sind fast immer extrem linear angelegt, außerdem gibt es klare Zielvorgaben, die nacheinander abzuarbeiten sind – Gelände aufklären, abgestürztes Flugzeug finden und beschützen, verbündete Einheiten ausfindig machen und ähnliches. Erfahrene Spieler bewältigen die Kampagne in rund zehn Stunden, anschließend lässt sie sich im superharten "Authentisch"-Schwierigkeitsgrad noch mal durchspielen.

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Der Spielstand lässt sich auch am PC nicht manuell sichern. Das macht das Programm an vorgegebenen Punkten selbständig. Zwischen den Speicherstellen verstreicht oft einige Zeit, so dass eben schnell eine Partie "Brothers in Arms" kaum möglich ist. Besonders oft ins Gras beißen aber auch Einsteiger nicht, denn die Entwickler von Gearbox haben sich ein ungewöhnliches Gesundheitssystem ausgedacht. Sobald Baker Treffer einsteckt, verfärbt sich der Bildschirm allmählich zunächst hell-, dann dunkelrot, und erst dann heißt es "Game Over" für den Haupthelden. Allerdings: Findet der vor seinem Ableben ein sicheres Fleckchen, erholt er sich auch ohne Medipack innerhalb weniger Augenblicke vollständig.

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Ein echter Hingucker sind die extrem aufwändigen, oft minutenlangen Zwischensequenzen. Sie erzählen teils im typisch amerikanischen Hurra-Patriotismus-Stil, teils eher melancholisch vom heldenhaften und schrecklichen Kriegsalltag der amerikanischen Soldaten. Die Sequenzen laufen direkt in der Unreal-Engine ab und verwenden auffällig viele Nah- und Fernzooms und Überblendungen. Eine wirklich packende Handlung, die über den Kriegsalltag hinausgeht, erzählt das Programm trotzdem nicht – zumal der Spieler angesichts der Vielfalt an ähnlich aussehenden Personen und Namen leicht den Faden verliert.

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Grafisch macht Brothers in Arms: Hell's Highway richtig viel her. Zum Start ist der Spieler in fast schon zu idyllischen grünen Landschaften unterwegs und erkundet von wunderschönen Windmühlen aus all den Schrecken, der vor ihm liegt. Später geht es dann auch durch düstere, aber ebenfalls sehr stimmig in Szene gesetzte Industrieanlagen und Vorstadtsiedlungen. Trotz der schicken Grafik und den gelungenen Animationen können PC-Spieler ab einem Rechner mit 2,6 GHz und einer Grafikkarte mit 128 MByte RAM in den Krieg ziehen; an Arbeitsspeicher genügt 1 GByte RAM, XP und Vista werden beide unterstützt, und auf der Festplatte belegt das Spiel rund 7 GByte.

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Das Programm verfügt neben der Kampagne auch über einen Multiplayer-Modus, der hat aber ein Problem: Weil die in Deutschland veröffentlichte Version aus Jugendschutzgründen geschnitten und verändert wurde, können deutsche Spieler nur auf deutschen Servern antreten. Welche Version ein Server verwendet, lässt sich aber nur durch Ausprobieren herausfinden.

Brothers in Arms 3 kostet für Xbox 360 und Playstation 3 rund 60 Euro, die Version für PC kostet rund 40 Euro. Seltsam: Obwohl auf dem Handbuch der PC-Fassung ein Kopierschutz-Code aufgedruckt ist, muss dieser nicht eingegeben werden. Das Spiel läuft auch ohne eingelegte DVD. Hell's Highway erscheint hierzulande vollständig übersetzt. Trotz einiger entfernter Gewaltdarstellungen hat es von der USK "keine Jugendfreigabe" erhalten.

Fazit:
Wer die Vorgänger von Hell's Highway mochte, kann bedenkenlos zugreifen – beim Spielgefühl hat sich kaum etwas verändert. Die Mischung aus Action und Taktik funktioniert immer noch gut, und das dank weiter verbesserter KI und Steuerung sogar besser als in den früheren Ausgaben. Das Spiel hat aber auch einige Schwächen geerbt. Spielerische Freiheiten etwa gibt es kaum und irgendwann kann das immer gleiche Vorgehen aus "Sperrfeuer bauen und über Flanke angreifen" auch nerven. Ein dickes Lob hat sich die Grafikabteilung verdient: Viele der Levels und Zwischensequenzen sehen toll aus – und das trotz der nicht übertrieben hohen Hardwareanforderungen auf PC.


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