Test: LG Renoir mit 8-Megapixel-Kamera und GPS-Empfänger
Die Kamera
Im Normalfall liefert der Autofokus gute Ergebnisse, zumal der Nutzer die Stelle im Bild, die fokussiert werden soll, manuell bestimmen kann. Dazu muss er mit dem Finger den entsprechenden Punkt mit leichtem Druck auf den Touchscreen markieren, der Autofokus stellt auf die ausgewählte Stelle scharf. Das ist einfach zu handhaben und klappt sehr zuverlässig. Alternativ gibt es die Möglichkeit, das Bild manuell scharf zu stellen. Diese Einstelloption sollte der Nutzer nur im Notfall heranziehen, beispielsweise wenn der Autofokus in dunklen Räumen versagt.
Bedauerlich ist, dass der Autofokus der Kamera nicht besonders schnell arbeitet. Es dauert etwa 2 Sekunden, bis fokussiert ist und weitere 4 Sekunden, bis ein Bild abgespeichert ist. Spontane Portraits können da schnell misslingen, weil das Gesicht unscharf wird – auch der integrierte rechnerische Bildstabilisator kann da nichts retten. Das Renoir leistet jedoch gute Dienste, wenn es darum geht, Gebäude und Landschaft zu fotografieren. Die Farben geben die Realität recht gut wieder, die Konturen werden scharf abgebildet. Die besten Ergebnisse erzielt der Nutzer übrigens, wenn er den Weißabgleich nicht auf automatisch stellt, sondern "Sonne" oder "Bewölkt" oder "Kunstlicht" manuell auswählt.
Lächel- und Beautymodus
Sollen Personen fotografiert werden, bietet das Renoir einen Lächel- und einen Beautymodus an. Zusätzlich lässt sich eine Blinzelerkennung aktivieren. Der Lächelmodus funktioniert gut, es sei denn, die fotografierte Person trägt Bart. Für die Kamera erscheint der Bart wie nach unten gezogene Mundwinkel – da weigert sich die Kamera erst einmal, auszulösen. Der Lächelmodus soll dafür sorgen, dass die Kamera erst auslöst, wenn alle freundlich gucken. Sonst blockiert die Kamera das Auslösen.
Wir der Beautymodus aktiviert, entfernt die Kamera kleine Schönheitsfehler auf der Haut von selbst. Insbesondere Augenringe oder gerötete Hautpartien werden damit eliminiert. Die Ergebnisse sind gut. Allerdings muss sich der Nutzer entweder für den Lächelmodus oder für den Beautymodus entscheiden. Es ist nicht möglich, beide Modi gleichzeitig zu aktivieren.
Extra dazuschalten lässt sich hingegen der Blinzelmodus. Er prüft das Bild auf geschlossene Augen. Sind die Augen halb oder ganz geschlossen, während die Kamera auslöst, warnt das Handy, so dass der Fotograf weiß, dass er dieses Bild noch einmal machen sollte. Das klappt in der Praxis ebenfalls recht gut, zumindest wenn nicht allzu viele Menschen auf dem Bild sind.
Alle Bilder können über den integrierten GPS-Empfänger mit Geo-Tags versehen werden, um den Aufnahmestandort mit Fotos zu speichern. Diese Einstellung merkt sich die Kamera jedoch nicht. Ist die Kamerafunktion beendet, verfallen neben der GPS-Lokalisierungsfunktion auch andere Einstellungen wie beispielsweise der Lächel- oder Schönheitsmodus oder der Panoramamodus.
Videokamera zeichnet in Zeitlupe auf
Insgesamt lassen sich das Foto- und das Videomenü gut über den Touchscreen bedienen, die Menülogik erscheint allerdings manchmal unlogisch. So findet sich der Blinzelmodus beispielsweise nicht beim Lächel- und Beautymodus, wo man ihn erwarten würde. Und auch die Makrofunktion findet sich nicht unter den Aufnahmemodi, sondern unter Autofokus.
Neben der 8-Megapixel-Kamera bietet das Renoir noch eine zweite Kamera. Sie sitzt auf der Vorderseite des Gerätes und ist für Videotelefonate gedacht. Bilder und Videos zeigt der 3 Zoll große Touchscreen bei einer Auflösung von 240 x 400 Pixeln und bis zu 262.144 Farben.
Der Touchscreen stellt Inhalte gestochen scharf dar. Das berührungsempfindliche Display reagiert gut, ein kurzes Drücken reicht und die gewünschte Funktion öffnet sich. Die meisten Funktionen brauchen ein paar Millisekunden, die Kamera lange 3 Sekunde bis sie startklar ist. Will der Nutzer die Bildergalerie öffnen, wo er all seine Fotos findet, dauert das 2 bis 7 Sekunden, je nachdem, wie viele Bilder abgespeichert sind.
Widgets
Das Renoir bietet – von der Annahme- und Auflegen Taste sowie der Menütaste abgesehen – keine mechanischen Tasten. Will der Nutzer eine SMS oder E-Mail schreiben, erscheint auf dem Display eine Bildschirmtastatur. Damit lassen sich Texte weniger komfortabel als mit einer echten Tastatur eingeben, weil sich die Tasten nicht erfühlen lassen. Praktisch: Hält der Nutzer das Handy hochkant, wird eine Zifferntastatur eingeblendet, mit jeweils drei Buchstaben auf einer Taste. Dreht der Nutzer das Handy um 90 Grad, wechselt das Layout der Tastatur automatisch: Nun steht ihm eine QWERTZ-Tastatur zur Verfügung. Dabei hat der Lagesensor, der die automatische Ausrichtung übernimmt, jeweils sehr schnell reagiert.
GPS und Organizer
Der integrierte Speicher fasst 50 MByte, weitere Daten können auf einer Micro-SD-Card abgelegt werden, die bis zu 8 GByte fassen kann. Das UMTS-Mobiltelefon agiert in den drei GSM-Netzen 900, 1.800 sowie 1.900 MHz und unterstützt neben GPRS der Klasse 12 und EDGE der Klasse 12 auch HSDPA mit einer Datenrate von bis zu 7,2 MBit/s. Zudem bietet das Gerät WLAN nach 802.11b/g sowie Bluetooth 2.0 inklusive A2DP-Profil zur drahtlosen Musikübertragung in Stereo.
Ende Oktober 2008 soll das KC910 alias Renoir zum Preis von 549 Euro auf den Markt kommen. Die Preisangabe versteht sich ohne Abschluss eines Mobilfunkvertrages.
Fazit:
LG hat mit dem Renoir ein beachtliches Kamerahanday vorgestellt. Vor allem die vielen Einstellmöglichkeiten von Portrait über Sport- bis hin zur Landschaftsfotografie bringen großen Fotospaß für Hobbyfotografen. Als ebenfalls äußerst praktisch erweist sich die Möglichkeit, den Autofokus überall im Bild zu setzen. Problematisch ist nach wie vor die Geschwindigkeit. Die Kamera löst eher gemächlich aus, so dass das Handy kein Ersatz für eine kleine Digitalkamera sein kann. Neben der Kamera bietet das KC910 eine umfangreiche Ausstattung, vor allem GPS, WLAN und HSDPA sind Argumente für das Kamerahandy.
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