Test: MacBook Pro - High-End-Notebook mit Spiegeldisplay
Golem.de lagen zum Test die beiden Standardmodelle des neuen MacBook Pro vor: Das Modell "MB133*/A" mit Intel Core 2 Duo (T9400) mit 2,53 GHz und 6 MByte L2-Cache, 4 GByte RAM und einer 320-GByte-Festplatte (5.400 U/min) sowie das etwas günstigere Modell "MB134*/A" mit 2,4-GHz-Core-2-Duo (P8600) mit 3 MByte L2-Cache, 2 GByte RAM und 250-GByte-Festplatte. Deren 15,4-Zoll-Displays (1.440 x 900 Pixel) werden jeweils von LEDs beleuchtet und entweder von der Chipsatzgrafik GeForce 9400M oder einem dedizierten Grafikchip 9600M GT mit modellabhängig 256 respektive 512 MByte RAM angesteuert – der Anwender kann zwischen integrierter und diskreter Grafik umschalten. Optional gibt es auch ein MacBook Pro mit 2,8-GHz-CPU (T9600). Dieses Gerät konnte Apple aber noch nicht zur Verfügung stellen.
Apples Wechsel zu Nvidia trifft vor allem Intel, hat der Chiphersteller doch zuvor Apple mit seinen Chipsätzen beliefert. Das Geschäft hat jetzt Nvidia übernommen, trotz der Probleme die Nvidia auch Apple beschert hatte. Nvidia bringt die gleichen Funktionen in nur einem Chip unter und verspricht eine deutlich schnellere Grafikausgabe bei ähnlicher Leistungsaufnahme. Das wirkt sich positiv auf das Board-Layout aus: Ein Chip von Nvidia nimmt schlicht weniger Platz weg als zwei Chips von Intel.
Konstruktion:
Das auffälligste Merkmal ist das neue Gehäuse. Die obere Seite ist aus einem einzigen Stück Aluminium gefräst und enorm stabil. Auf der Unterseite befinden sich zwei Aluminiumböden, die ebenfalls eine hohe Stabilität bieten. Auch wenn das Notebook nur mit einer Hand gegriffen wird, verformt sich kaum etwas. Gegenüber den alten MacBook Pros ist das optische Laufwerk zwar deutlich besser geschützt, bei ungünstigem einhändigen Griff gibt es bei drehender DVD oder CD aber weiterhin ab und zu Schleifgeräusche. Trotzdem ist das im Vergleich zu den Vorgängern, bei denen der Anwender befürchten musste, Laufwerk oder gar das Medium zu beschädigen, deutlich besser.
Die untere Aluschale kann der Anwender nicht ohne Gewalt öffnen. Dass diese häufige Wechsel des Akkus überlebt, ist jedoch zu bezweifeln. Die Schale ist zwar selbst sehr stabil, doch die angelöteten Stücke, welche sie im Gehäuse verankern, sind nicht so geformt, als dass sie sich nicht verkanten können.
Die Akkustandanzeige ist jetzt an die linke Seite gewandert. Auf Knopfdruck zeigen acht kleine LEDs den Ladestand an. Das ist sehr praktisch, weil das Notebook dazu nicht mehr komplett aus einer Notebooktasche gezogen werden muss, um den Akkustand abzufragen. Wer aber mit mehreren Akkus hantiert, kann dessen Zustand nicht mehr direkt am Akku ablesen und muss diesen fortan erst einlegen, bevor der Ladestand bekannt ist.
Am Stromspeicher selbst befinden sich keine Leuchten mehr. Das macht die Nutzung mehrerer Akkus umständlicher als beim Vorgänger. Außerdem fehlen Apples Notebooks – anders als bei manchem Konkurrenten aus dem Windows-Lager – Zubehör wie Dockingstationen oder Akkuslices. Damit ist es weiterhin nicht möglich, die Akkus auch außerhalb des MacBook Pro zu laden. Wer so etwas sucht und auf MacOS X verzichten kann, ist bei Dell, Lenovo und HP besser aufgehoben.
Etwas problematisch am neuen Deckel ist, dass er nicht mehr ganz so fest sitzt. Beim alten MacBook Pro verblieb das Display in seiner Position, wenn das Notebook kopfüber gehalten oder mit etwas Schwung hochgehoben wurde. Beim neuen Modell sollte der Deckel dabei festgehalten werden. Immerhin schließt das Display dennoch nicht sofort, denn die Scharniere bremsen den schweren Deckel kurz vorher ab. Auch ein zweites Testgerät zeigte dieses Problem.
Der Rand des Displays steht leicht über die sichtbare Bildschirmfläche. So verhindert Apple, dass ein Bewegen des Deckels automatisch zu Fingerabdrücken auf dem Display führt. Dieses ist übrigens erstaunlich schmutzabweisend: Fettrückstände der Finger bleiben kaum haften. Die Tastatur drückt anscheinend auch kaum auf das Hochglanzdisplay, so dass es lange sauber bleiben sollte.
Die meisten Schnittstellen des neuen MacBook Pro unterscheiden sich nicht von den vorherigen Modellen. Es ist verglichen mit der Windows-Konkurrenz eher spärlich ausgestattet: Zwei Mal USB 2.0, ein Anschluss für FireWire 800, GBit-LAN und ExperssCard/34 gehören zum Standard bei den MacBook Pros. Neu ist hingegen der Mini-DisplayPort. Dessen Bandbreite soll auch für 30-Zoll-Monitore ausreichen. Bei DVI-D braucht es dafür einen Dual-Link-Anschluss. Den bietet das MacBook Pro, genauso wie DVI-D oder VGA, nur über einen Adapter.
In den MacBook-Pro-Packungen findet sich kaum noch Zubehör: Die Fernbedienung Apple Remote ist schon lange gestrichen. Die Videoadapter müssen allesamt neu angeschafft werden und sind zudem zum Teil sehr teuer: Der Adapter auf VGA oder DVI-D ist mit jeweils 29 Euro noch vergleichsweise günstig. Richtig teuer ist der Dual-Link-DVI-Adapter: Er kostet 99 Euro und ist noch nicht lieferbar. Angesichts der Preise eines guten 30-Zoll-Monitors fällt das aber kaum ins Gewicht.
Die drahtlose Kommunikation wird wie bei älteren Geräten von Bluetooth 2.1 EDR sowie WLAN nach 802.11n im Band um 2,4 oder 5 GHz übernommen. Die WLAN-Varianten a, b und g werden ebenfalls unterstützt. Beim kurzen Test mit einer Airport Extreme Basisstation konnten wir bis zu 9 MByte/s in der Spitze beim Empfang messen. In der Regel waren es zwischen 6 und 7 MByte/s. Ein älteres MacBook im weißen Plastikgehäuse erreichte ähnliche Werte. Sendend erreichten beide Notebooks etwas geringere Datenraten. Die Basisstation funkte auf dem 5-GHz-Band nach dem 802.11n-Standard. Geräte nach 802.11a/b/g haben wir für den Test im Netzwerk nicht zugelassen, um Störungen durch den Kompatibilitätsmodus zu vermeiden.
Das neue Display mit seinen 1.440 x 900 Pixeln spiegelt enorm, deutlich mehr als andere Glossy-Bildschirme einschließlich dem des alten MacBooks. Dass Hersteller auch Glossy-Bildschirme halbwegs entspiegeln können, zeigte Sony mit seinem Vaio Z. Apple gab sich bei seinen neuen Notebooks offenbar nicht mal Mühe, es zu versuchen. Es ist zudem möglich, zwei Spiegelungen auszumachen: Die erste kommt durch die vordere Glasscheibe, die gleichzeitig das LC-Display schützt und für ein edles Aussehen des MacBook Pros sorgt. Die zweite kommt durch das eigentliche LC-Display. Letzteres stört kaum beim Arbeiten, ist das eigentliche Display doch leicht entspiegelt.
Der recht helle, von LEDs beleuchtete Bildschirm kann das große Spiegelpotenzial der Glasscheibe nicht immer überstrahlen. Ein Fenster im Rücken sieht der Anwender deutlich, auch bei bewölktem Himmel. Draußen besteht insbesondere bei Sonnenschein Blendgefahr, wenn die Sonne den Anwender mit voller Wucht erwischt. Die besseren Blickwinkel sind, ebenso wie die gute Ausleuchtung des Displays, nur zum Teil eine Entschädigung.
Die Einblickwinkel haben sich gegenüber der vorigen Generation verbessert. Das gilt auch für die Farben, die jetzt kräftiger wirken. Wir hatten als Vergleich allerdings nur ein mattes MacBook Pro Display. Ein weißes MacBook verblasste regelrecht neben dem neuen MacBook-Pro-Display.
Die Tastatur wird wie gehabt von unten beleuchtet, fällt dank der schwarzen Buchstabenkappen deutlich stärker auf und wirkt sehr angenehm. Die Tastaturbeleuchtung stört übrigens trotz Spiegeldisplay nicht, da das Display in der Regel weit genug nach hinten geklappt wird. Neu ist hingegen, dass die Tasten (16 x 16 mm, Zwischenabstand: 3,5 mm) nun anders in das Gehäuse eingebaut wurden und etwas mehr Abstand voneinander haben. Diese Tastatur setzt Apple schon länger bei MacBooks und den Tastaturen der Desktop-Macs ein. Gegenüber der Tastatur des weißen MacBooks wirken die Tasten etwas weicher im Anschlag und sind zudem leiser. Auch Sony setzt dieses Tastaturkonzept, das die Japaner Isolation Keyboard nennen, schon länger ein. Nur ist der Abstand zwischen den Tasten bei Sony noch etwas größer.
Mit etwas Tricksen ist es möglich, den Treiber auszuhebeln und so falsche Bewegungen zu provozieren. In der Praxis passierte das aber nicht. Das Touchpad funktionierte sehr gut. Unter Windows ist das leider etwas anderes: Hier ist das Scrollen sehr viel gerasterter und an diagonales Scrollen, etwa durch Kartenmaterial, ist nicht zu denken. Außerdem wollte der Treiber nicht so gut mit den Fingern zusammenarbeiten.
Windows-Installation
Um die Fähigkeiten unter Windows zu testen, haben wir zusätzlich Vista installiert, allerdings nur in der 32-Bit-Version. Ein Teil des Speichers, nämlich ein GByte, lag also brach. Etwas anderes unterstützt Boot Camp auf MacBooks und MacBook Pros derzeit nicht. Nur auf Mac Pros kann auch ein 64-Bit-Vista installiert werden.
Die Installation selbst ging vergleichsweise reibungslos von statten. Die Festplatte war recht schnell unter dem laufendem MacOS X partitioniert und die Installation lief zunächst sauber durch, nachdem im Vista-Setup die Festplatte mit NTFS formatiert wurde. Boot Camp selbst erledigt das nicht. Schon bei der Vista-Installation drehte das Notebook häufiger die Lüfter hoch, als unter MacOS X.
Nach Abschluss der Installation musste Vista zu einem Neustart gezwungen werden, nachdem nach längerer Wartezeit der Bildschirm schwarz blieb. Offenbar wollte der automatische Neustart einfach nicht gelingen. Das kann allerdings auch auf älteren MacBooks passieren. Die Installation des Vista Service Pack 1 verweigerte uns übrigens die Windows-Update-Routine. Es ließ sich jedoch per Hand nachinstallieren.
Der Kontextmenüklick funktioniert unter Windows nur mit viel Übung und Geschick. Früher mussten zwei Finger aufgelegt werden und anschließend die Touchpad-Taste gedrückt werden. Das geht jetzt auch noch, nur dass erst zwei Finger aufgelegt werden müssen und mit einem dritten Finger danach das Touchpad durchgeklickt werden muss. Der Treiber erkennt diesen Versuch häufig nicht.
Treiber werden für den GeForce 9600M GT mitgeliefert. Die Chipsatzgrafik des GeForce 9400M sieht Windows mit den aktuellen Treibern nicht, was enorme Auswirkungen auf den Stromverbrauch und Lautstärke des Notebooks hat. Ein Umschalten zwischen den Grafikchips ist damit unter Vista noch nicht möglich. Laut Nvidia soll das aber prinzipiell funktionieren.
Das Auswerfen optischer Medien gestaltet sich ohne Boot-Camp-Treiber etwas schwierig, da die Auswurftaste noch nicht funktioniert und auch die rechte Maustaste noch nicht arbeitet. Während der Ersteinrichtung sollte unbedingt eine Maus genutzt werden.
Ein paar Probleme unter Windows werden insbesondere Mac-Nutzer stören: Scrollen auf dem Touchpad hat unter Windows auf MacBooks noch nie richtig funktioniert. Das liegt aber auch daran, dass das Microsoft-Betriebssystem unter Scrollen etwas anderes versteht als MacOS X. In alle Richtungen pixelgenau scrollen stellt Microsofts Betriebssystem vor Probleme. Auch der Lichtsensor wollte unter Windows das Keyboard oder das Display in der Helligkeit nicht steuern. Die manuelle Einstellung funktionierte aber. Möglicherweise liefert Apple hier noch ein Update.
Als Zwischenfazit für Windows lässt sich sagen, dass das neue MacBook unter Windows nur betrieben werden sollte, wenn es unbedingt notwendig ist. Die Touchpad-Treiber sind noch unausgereift. Eine externe Maus schafft hier immerhin Abhilfe, die Multitouch-Funktionen werden unter Windows ohnehin kaum genutzt. Windows-Anwender, die an der schicken Hardware Gefallen finden, sollten abwarten, bis Apple hier nachbessert. Durch die Festlegung des MacBooks Pro auf die 9600M GT geht unter Windows zudem viel Akkulaufzeit verloren – auch die Betriebsgeräusche sind höher als unter MacOS X.
Akkulaufzeit & Gewicht
Die hohe Leistungsaufnahme trägt dazu bei, dass unter Windows mit der GeForce 9600M GT keine langen Laufzeiten möglich sind. Gerade unter hoher Last hält das Notebook nicht lange durch. Außerdem taktete die GPU immer mal wieder hoch. Das ließ sich nur beheben, indem die Aero-Fenster unter Windows geschlossen wurden. Probeweise haben wir unter Windows einen Lasttest gemacht. Das MacBook Pro hat beim Spielen von X3 Terran Conflict nur 50 Minuten durchgehalten (WLAN, volle Helligkeit). Das überraschte etwas. Unter MacOS X konnten wir Spore ununterbrochen 55 Minuten spielen. Es liegt also nicht am Betriebssystem.
Das Erstellen einer DVD mit iDVD ließ das Notebook etwas mehr als zwei Stunden durchhalten. Dabei wurde die CPU nicht komplett ausgelastet, das Display lief aber in voller Helligkeit, was in einem Büro notwendig war, um Spiegelungen zu minimieren. Auch WLAN war aktiv. Bei diesen Laufzeiten mit der 9600M GT sollte der bessere Grafikchip nur mit angeschlossenem Netzteil zugeschaltet werden.
Die Akkulaufzeit unter MacOS X lässt sich in der Praxis schwer messen. Dafür ist der Helligkeitssensor verantwortlich, der je nach Lichtsituation das Display und gegebenenfalls die Tastatur in ihrer Leuchtstärke anpasst. Die Stärken der MacBook Pros liegen vor allem in der Laufruhe bei aktivem GeForce 9400M. Mit diesem sind zudem vier bis fünf Stunden Akkubetrieb durchaus möglich, sofern der Anwender nicht auf die Idee kommt, zwischendurch MP3s zu kodieren, Videos für das iPhone umzukodieren oder sonstige rechenintensive Aufgaben zu erledigen. Realistisch sind allerdings eher drei bis dreieinhalb Stunden bei Tageslicht, da der Anwender wegen der Spiegelungen das Display häufig heller stellen dürfte. Abends sollten vier Stunden möglich sein. Die Akkulaufzeiten zwischen dem 2,53- und 2,4-GHz-Modell liegen nur wenige Minuten auseinander.
Der kleinere Lithium-Polymer-Akku ist immerhin billiger, der Preis liegt bei 129 statt 139 Euro. Das Aufladen des Akkus der MacBook Pros dauerte sehr lange. Gerade bei den letzten 20 Prozent taten sich die Notebooks schwer, in einigen Fällen dauerte der Ladeprozess gut vier Stunden. Die von der Software geschätzten knapp zwei Stunden wurden während des Testzeitraumes nicht erreicht.
Ohne Netzteil und ohne weiteren Ladezyklus kommt das Gerät im Standby-Modus übrigens ungefähr 6 Stunden zurecht. Erst dann sinkt die Akkuladung unter 95 Prozent – die Schwelle, bei der MacOS X den Akku wieder aufladen möchte. Für einen Transport von einem Arbeitsplatz zum nächsten reicht das aus. Einen ganzen Arbeitstag im Standby ohne zusätzlichen Ladezyklus schafft der mobile Anwender, der das Notebook für den Fall der Fälle mit hat, nicht. Zum Vergleich: Beim alten MacBook sind es etwa 9 bis 10 Stunden, bis die 95-Prozent-Schwelle erreicht wird.
Anwendungen, Benchmarks und Geräuschentwicklung
Festplatten- und USB-Geschwindigkeit wurden unter Windows gemessen. Die 320-GByte-Festplatte im 2,53-GHz-Modell erreichte mit ihren 5.400 Umdrehungen pro Minute lesend etwa 65 MByte/s an der Außenseite. Im Innenbereich sind es 30 MByte/s. Ein USB-Stick wurde mit 32 MByte/s ausgelesen. In der Spitze waren es sogar 35 MByte/s. Hier hat Nvidia offenbar saubere Arbeit geleistet. Die Werte sind nur bedingt auf MacOS X übertragbar, da dort andere Treiber eine Rolle spielen.
Die CPUs beider Geräte sind für alltägliche Aufgaben auf jeden Fall gut gerüstet – das war aber schon bei den MacBook-Pro-Modellen von Anfang 2008 so. Die Benchmarks mit dem Cinebench R10 konnten wir nur noch mit dem neuen MacBook Pro mit 2,4-GHz-Core-2-Duo durchführen, da das Gerät mit 2,53 GHz wegen eines vermutlichen Defekts frühzeitig an Apple zurück ging. Dessen Prozessor läuft nicht nur schneller sondern hat außerdem mit 6 MByte einen doppelt so großen L2-Cache.
Mit dem neuen 2,4-GHz-MacBook-Pro erreichten wir 5.142 Punkte im Multicore-CPU-Test des CineBench. Ein MacBook Pro und ein MacBook aus der Vorgänger-Generation (Santa Rosa Refresh von Anfang 2008) schafften mit ihren 2,4-GHz-Core-2-Duo-CPUs (T8300) und ebenfalls 3 MByte L2-Cache im Multicore-CPU-Test 5.140 respektive 5.219 Punkte. Ähnlich sieht es beim Geekbench(öffnet im neuen Fenster) aus. Die Rechenleistung der neuen MacBook Pro sind also nicht oder kaum höher als die der Vorgänger, gleichzeitig sank aber die Hitzeentwicklung durch teils geringere Leistungsaufnahme der CPUs.
Eine Unterstützung durch die Grafikkarte beim Dekodieren von H.264-Inhalten konnten wir zunächst übrigens nicht ausmachen, auch wenn einige Anwender davon berichteten. Ein als Vergleich hinzugezogenes Vorgänger-MacBook mit 2,4 GHz kam auf ähnliche Auslastungen der CPU beim Dekodieren von H.264-Inhalten.
Erst ein recht alter Trailer von LittleBigPlanet in einer Auflösung von 720p in Verbindung mit dem Quicktime-Player brachte dann Unterschiede zu Tage. Auf dem 2,4-GHz-MacBook meldete Quicktime eine CPU-Last von mehr als 100 Prozent. Beim neuen MacBook-Pro-Modell mit gleicher Taktung waren es nur 38 Prozent in Verbindung mit dem GeForce 9400M. Mit dem GeForce 9600M stieg die CPU-Last auf etwa 44 Prozent. Wir hatten eigentlich eine niedrigere Last bei dem schnellen Grafikkern erwartet.
Bei 720p-Trailern von Wall-E(öffnet im neuen Fenster) waren die Unterschiede zwischen dem alten MacBook und dem neuen MacBook Pro nicht ganz so enorm. Während das alte MacBook zu etwa 50 Prozent ausgelastet wurde, lag die Auslastung beim neuen MacBook Pro bei rund 25 Prozent. Zu beachten ist hierbei, dass das alte MacBook und das neue MacBook Pro zwar CPUs mit gleicher Taktfrequenz nutzen, diese sich aber trotzdem etwa im FSB unterscheiden, der beim MacBook Pro etwas schneller ist (T8300 versus P8600).
Die neuen Notebooks sind zumindest unter MacOS X die meiste Zeit über sehr leise und kühl. Auch unter Last liefen die Lüfter recht ruhig und blieben es bis etwa 3.000 U/min. Erst bei höheren Drehzahlen werden die Lüfter unangenehm laut. Reine Rechenarbeit sorgt nicht unbedingt für einen hochdrehenden Lüfter. So wurde die CPU zwar beim Umkodieren eines Videos über 80 Grad heiß. Die beiden Lüfter blieben aber im Bereich von 2.000 U/min. Was die Lüfter anregt sind vor allem Aktivitäten der Grafikkarte. Solange der Anwender mit der Chipsatzgrafik unterwegs ist, passiert das aber selbst in Spielen nur selten.
Mit der Chipsatzgrafik spielt es sich bereits ganz gut und Anwendungen wie etwa der neue iTunes Visualizer liefen sogar im Vollbild flüssig. Die alte Chipsatzgrafik mit Intels X3100 schafft das in einem ähnlich getakteten MacBook nicht. Spore sollte allerdings mit der 9600M GT gespielt werden, sofern der Anwender in voller Auflösung und maximalen Details spielen will. Selbst dann bleiben gelegentliche Ruckler aber nicht aus. Unter Windows war die Grafikkarte schnell genug um X3 Terran Conflict in einer Auflösung von 1.440 x 900 Pixeln bei vierfachem Antialiasing spielen zu können. Das Echtzeit-Taktik-Spiel World in Conflict wollte leider nicht starten, was dem Grafiktreiber geschuldet sein dürfte.
Das Umschalten zwischen den beiden Grafikkernen erfordert unter MacOS X ein Abmelden des Nutzers. Unter Windows geht es gar nicht. Das Ab- und Anmelden geht zwar schnell, allerdings muss der Anwender dadurch seine Arbeit unterbrechen und alle Anwendungen schließen. Das entspricht im Prinzip einem Neustart des Rechners, nur dass dieser sehr schnell von statten geht.
Das optische Laufwerk ist etwas leiser geworden als die Vorgängerlaufwerke und die Vibrationen sind annehmbar. Die Einzugsgeräusche des Slot-In-Laufwerks sind aber wie bei anderen MacBooks gewöhnungsbedürftig.
Die neuen 15,4-Zoll-MacBook Pros sind bereits im Handel erhältlich – wenn auch noch in geringen Stückzahlen. Das 2,53-GHz-Modell kostet 2.249 Euro, das 2,4-GHz-Modell 1.799 Euro.
Fazit:
Das neue MacBook Pro ist ein gutes Gerät das einen sehr stabilen Eindruck hinterlässt. Laufwerksschleifgeräusche älterer Generationen gehören größtenteils der Vergangenheit an. Viel Kritik muss Apple aber für das Display einstecken. Aufgrund des spiegelnden Bildschirms dreht der Anwender eher die Helligkeit hoch, was zu Lasten der Laufzeit geht. Wer schon länger mit spiegelnden Displays arbeitet, wird sich an das neue Notebook gewöhnen können. Wer hingegen matte Displays gewohnt ist, wird sich mit dem neuen MacBook Pro schwer tun.
Schade ist, dass sich an der Akkulaufzeit nicht viel getan hat. Die Geräte werden zwar immer dünner und schicker, aber die sparsameren Komponenten nutzt Apple zu sehr, um auch den Akku weiter zu verkleinern. Ein wenig mehr Laufzeit hätte schon drin sein können angesichts der Windows-Konkurrenz, die sich mit neuen Rekorden gegenseitig überbietet. Trotzdem: Das neue MacBook Pro ist ein schönes Gerät, das nicht mehr so heiß läuft, schnell arbeitet und durch seine Stabilität dem Alltag gut trotzen sollte.
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