Sun-Mitbegründer Bechtolsheim verlässt das Unternehmen
Andreas von Bechtolsheim kehrt dem Serverhersteller Sun Microsystems, den er selbst mitgegründet hat, ein zweites Mal den Rücken. Wie das Start-up Arista, das bis vor einer Woche noch Arastra hieß, mitteilt, wird Bechtolsheim Chief Development Officer und Aufsichtsratschef bei der Firma aus Menlo Park in Kalifornien.
Als Chefin hat Arista Jayshree Ullal gewonnen, die zuvor Senior Vice President für den Bereich Datencenter, Switching und Services bei Cisco Systems war. Stanford-University-Professor David R. Cheriton soll den Posten des Chief Scientist erhalten. Cheriton und Bechtolsheim gehörten zu den frühen Investoren bei der Gründung des Suchmaschinenbetreibers Google und des Virtualisierungsexperten VMware, was beide zu Milliardären machte. "Die neue Ära des Cloud Computing bringt neue Anforderungen an die Kapazität, Latenz und Preis-Leistungs-Verhältnis für bestehende Netzwerklösungen in Unternehmen" , so Bechtolsheim.
Der in Bayern aufgewachsene Bechtolsheim gewann 1974 bei dem Bundeswettbewerb Jugend forscht. Zusammen mit Scott McNealy, Vinod Khosla und Bill Joy gründete er Sun. 1995 verließ er die Firma und baute den Netzwerk-Switch-Anbieter Granite Systems auf, der 1996 für 220 Millionen US-Dollar von Cisco Systems geschluckt wurde. Bechtolsheim bekam den Posten als Vice President für Engineering bei Cisco. Im Dezember 2003 gab er die Position wieder auf, um für das neugegründete Unternehmen Kaelia zu arbeiten. Mit dem Kauf von Kaelia im Jahr 2004 durch Sun kehrte er zurück. "Es ist mein Kind" , sagte Bechtolsheim über Sun. "Ich werde immer mit Sun verbunden bleiben" .
Arista wurde im Jahr 2004 gegründet und bietet mit seiner 7100er-Serie eine Produktlinie von 10-Gigabit-Ethernet-Datencenter-Switches (Layer 2/3/4) mit niedriger Latenz. Wie die New York Times berichtet(öffnet im neuen Fenster) , sollen die Switche ein Zehntel dessen kosten, was Cisco für vergleichbare Produkte verlangt. Angeboten werden die Produkte mit 24 und 48 Ports in einem Chassis mit einer Höheneinheit mit redundanter Stromversorgung und Kühlung. Durch "Non-Blocking" werden die Daten beim Transfer nicht mehr in Blöcke zerteilt und einzeln gesendet, sondern als kompletter Stream übertragen. Damit kann eine Übertragungsrate von 10 Gigabit zwischen zwei Ports erreicht werden. Von Arista sind auch BladeCenter-Module erhältlich, die zur Verbindung zwischen IBM-Systemen und Arista-Komponenten genutzt werden können.
Zu den ersten Kunden gehören US-Regierungsstellen, Universitäten, Internet-Start-ups und Google.
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