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Bitkom und VDI wollen 25 Milliarden Euro mehr für Bildung

Offene Stellen trotz abflauender Wirtschaft. Der IT-Branchenverband Bitkom und der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) wollen vom Bildungsgipfel 25 Milliarden Euro, um eine Lücke von 150.000 offenen Stellen für Ingenieure, Informatiker und Naturwissenschaftler zu schließen. "Die abflauende Konjunktur infolge der Finanzkrise wird den Expertenmangel kaum abschwächen, da er strukturelle Ursachen hat" , so Bitkom-Chef August-Wilhelm Scheer.
/ Achim Sawall
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Obwohl nicht klar ist, ob die IT-Branche im kommenden Jahr neue Arbeitsplätze schaffen wird, fordern Bitkom und VDI eine Finanzspritze von 25 Milliarden Euro für das Bildungssystem, um die Fachkräftelücke zu füllen. "Ob der Arbeitsplatzaufbau in 2009 fortgesetzt werden kann, ist fraglich" , hatte Scheer zuvor erklärt . Mit Blick auf den Bildungsgipfel am 22. Oktober 2008 ruft Scheer dennoch nach mehr Fachkräften. Fast die Hälfte von rund 1.500 befragten Unternehmen suchten Mitarbeiter mit technischen Qualifikationen, so der Bitkom. "Nur ein Bruchteil der offenen Stellen kann tatsächlich besetzt werden" , sagte VDI-Präsident Bruno O. Braun.

Das Bildungssystem sei heute nicht in der Lage, den Bedarf der Hightech-Industrie an "hoch qualifizierten Fachkräften zu decken" , meinte Scheer. Weitere, bereits ältere Forderungen, sind die Einführung von Technik- und Informatikunterricht als Pflichtfach in den Schulen, ein Stipendienprogramm für technische Studiengänge sowie der Aufbau eines Weiterbildungssystems an den Hochschulen. Für eine bessere Koordinierung der Bildungspolitik von Bund und Ländern mit der Wirtschaft schlagen beide Verbände die Einberufung eines nationalen Technikrates vor. Beim Bildungsgipfel sei die Wirtschaft bisher nicht vertreten, sagte Scheer.

Schritte zum Abbau des Lehrermangels, insbesondere in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), erwartet auch der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, vom Bildungsgipfel. Dazu erneuerte der DPhV-Vorsitzende seinen kürzlich unterbreiteten Vorschlag, einerseits die Referendarsgehälter für angehende Lehrer deutlich anzuheben und andererseits einen Stipendienfond zu schaffen, der Lehramtsbewerbern aus dem MINT-Bereich Zuschüsse zum Referendariat gewähre.


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