Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Toshiba zahlt 1 Milliarde Dollar für SanDisk-Chipmaschinen

Übernahme durch Samsung erschwert oder erleichtert? Der japanische Elektronikkonzern Toshiba übernimmt einen Teil des SD-Card-Maschinenparks von seinem Joint-Venture-Partner SanDisk. Inoffiziell sollen bei dem Deal 100 Milliarden Yen (747 Millionen Euro) fließen. Unklar ist, ob Toshiba so seinen Gefährten gegen eine Übernahme durch Samsung verteidigt oder aber den Deal noch beschleunigt.
/ Achim Sawall
Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Der japanische Elektronikkonzern Toshiba hat erste Ergebnisse bei den Verhandlungen mit dem US-amerikanischen Flashkartenhersteller SanDisk über eine Übernahme eines Teils einer gemeinsamen Chipfabrik erzielt. Das gab Toshiba am 20. Oktober 2008 bekannt. Zu den finanziellen Konditionen wurden keine Angaben gemacht. Wie die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei(öffnet im neuen Fenster) berichtet, lag der Preis bei 100 Milliarden Yen (1 Milliarde US-Dollar). SanDisk hat den Preis inzwischen bestätigt. Firmenchef Eli Harari: "Wir erwarten, so unsere Ausgaben zu reduzieren, die finanzielle Position zu stärken und die Flexibilität zu steigern."

Das US-Unternehmen habe 30 Prozent seiner Produktkapazität in der Yokkaichi-Fabrik in der Mie-Präfektur abgegeben, hieß es weiter. Die verbleibenden 70 Prozent würden weiter zusammen betrieben. Toshiba hofft, den Deal, der noch nicht rechtsverbindlich ist, im ersten Quartal 2009 abzuschließen.

Toshiba reagiert offensichtlich auf das Angebot des südkoreanischen Konkurrenten Samsung vom September 2008, SanDisk für 5,85 Milliarden US-Dollar zu übernehmen . SanDisk hatte das Kaufangebot als zu niedrig abgelehnt. Toshiba würde im Falle einer Übernahme SanDisks einen wichtigen Partner verlieren. Der US-Konzern ist Finanzpartner bei zwei entstehenden Chipfabriken Toshibas, Großkunde von Toshiba-Produkten und Lieferant für patentierte Kerntechnologie. Einige Finanzexperten sehen in dem Kauf einen 1-Milliarde-Dollar-Rettungsring für SanDisk. Analyst Daniel Berenbaum von Cowen and Company vertritt jedoch(öffnet im neuen Fenster) die Meinung, dass eine Auflösung der Verbindung von SanDisk und Toshiba durch den Aufkauf die Übernahmegelüste von Samsung "weiter steigern" könne.

Das Silicon-Valley-Unternehmen SanDisk meldete für sein drittes Quartal einen Verlust von 155 Millionen US-Dollar (69 Cent pro Aktie), nach einem Gewinn von 85 Millionen US-Dollar oder 36 Cent pro Aktie in der Vorjahresperiode. Der Umsatz sank um 21 Prozent auf 821 Millionen US-Dollar.

Im Zeitraum von April bis Juni 2008 hielt Samsung 42,3 Prozent am weltweiten NAND-Chipmarkt, Toshiba und SanDisk kamen zusammen auf 27,5 Prozent.


Relevante Themen