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Internetcafés in Peking verlangen Foto des Nutzers

Registrierung mit Scan des Ausweises und Foto in städtischer Datenbank. Nutzer von Internetcafés in Peking müssen sich mit Foto und Scan des Personalausweises registrieren lassen. Die Daten werden in einer zentralen Datenbank, die von den lokalen Behörden betrieben wird, gespeichert.
/ Werner Pluta
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Kunden von Internetcafés in Peking müssen sich künftig mit Foto und dem Scan ihres Ausweises registrieren lassen, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua(öffnet im neuen Fenster) . Die Daten werden in einer zentralen Datenbank gespeichert, die von den Behörden der Hauptstadt betrieben wird.

Im Gegenzug erhält der Nutzer eine vierstellige Kennnummer für die Internetnutzung. Über diese kann er in den an das System angeschlossenen Internetcafés surfen. Derzeit nutzen nach Auskunft der lokalen Behörden 1.500 der Betriebe, die in Peking Internetzugang anbieten, dieses Registrierungssystem. Bis Ende des Jahres sollen die restlichen folgen.

Wer ein Internetcafé in China nutzt, muss sich auch heute schon registrieren. Neu ist jedoch die Erfassung des Fotos. Das zentralisierte System erlaubt den Behörden eine Echtzeitüberwachung der Onlinecafés der Hauptstadt. Über das Foto können sie feststellen, ob der Nutzer vor dem Bildschirm auch mit dem gespeicherten Profil übereinstimmt und nicht seine Zugangsdaten einem Dritten zur Verfügung gestellt hat. Da Minderjährigen in China der Zutritt zu Internetcafés verboten ist, besuchen Jugendliche sie zuweilen mit einem fremden Ausweis.

Viele Kunden misstrauen offensichtlich der zentralen Speicherung ihrer Daten. 80 Prozent seiner Kunden seien deswegen anfangs weggeblieben, zitiert Xinhua Li Yunfei, den Manager eines Pekinger Internetcafés. "Mein Café war wie ein leeres Klassenzimmer."

Die britische Tageszeitung Times(öffnet im neuen Fenster) verweist auf eine Umfrage der staatlichen Tageszeitung Renmin Ribao ("Tägliche Volkszeitung"), nach der 72 Prozent der Befragten die Maßnahme ablehnten. Ein Nutzer sagte Xinhua, er werde Cybercafés künftig meiden, weil er befürchtet, dass seine Daten "Menschen mit schlechten Absichten" in die Hände fallen könnten.


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