Panne beim KIKA: Kinderdaten für jeden einsehbar (Update)
Beim Kinderkanal haben schwere Versäumnisse bei der Technik dazu geführt, dass Namen, Adressen, Telefonnummern und Geburtsdaten von circa 1.000 Kindern im Web für jeden verfügbar waren. Das berichtet die Stuttgarter Zeitung(öffnet im neuen Fenster) . Uwe W., Vater eines zehnjährigen Mädchens, hatte die Zeitung auf das Problem aufmerksam gemacht. Das Angebot "Platz für Helden", auf dem die Kinder Ideen und Projekte für die Verbesserung der Lebenslage der Menschen vorstellen können, ist gegenwärtig für Nutzer gesperrt.
W. hatte zuvor per Post seine Einverständniserklärung als Erziehungsberechtigter an den Sender geschickt und einige Tage später die Zugangsdaten für die Website erhalten. Doch der angegebene Link ermöglichte auch den Zugang zu den privaten Informationen aller Nutzer, von der kompletten Postadresse über die Telefonnummer bis zum Geburtsdatum. Der Vater ist vor allem darüber empört, dass der öffentlich-rechtliche Sender tagelang nicht auf seine E-Mail reagiert hat, mit der er auf die Sicherheitslücke hinwies.
Erst als die Stuttgarter Zeitung den KIKA am 15. Oktober um Erklärung bat, wurde das Angebot offline genommen. "Wir sind bestürzt" , sagte eine Sprecherin des Kinderkanals der Zeitung, dies sei "der Super-GAU in Sachen Datenschutz .
Nachtrag vom 16. Oktober 2008, 22:15 Uhr:
"Es ist ein Fehler passiert, der bedauerlich, nicht hinnehmbar, aber zum Glück auch nach allen bisherigen Erkenntnissen nicht schwerwiegend war. Datenschutz muss zu 100 Prozent gewährleistet sein" , sagte der Programmgeschäftsführer des KIKA, Frank Beckmann Golem.de. Zugleich bemühte sich er sich um Schadensbegrenzung. Die Daten seien zu keiner Zeit frei zugänglich, sondern nur in einem passwortgeschützten Bereich der Community einsehbar gewesen. Zudem seien nicht 1.000, sondern nur 200 Kinder betroffen.
Doch "selbst der kleinste Fehler ist einer zuviel. Wir nehmen dieses Problem sehr ernst und haben daher das Community-Angebot von 'Platz für Helden' abgeschaltet. Wir haben die Fehlerquelle gefunden und werden sicherstellen, dass sich der Fehler nicht wiederholen kann." In der kommenden Woche soll mit den Datenschutzbeauftragten von ARD und ZDF über weitere Maßnahmen beraten werden.



