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Kein erhöhtes Leukämierisiko für Kinder bei TV-Sendeanlagen

KISS-Studie vorgelegt. Die Emissionen starker Radio- und Fernsehsender in Deutschland haben offenbar keinen Einfluss auf das Risiko für Leukämieerkrankungen bei Kindern. Das ergab eine Studie des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) an der Universität Mainz. Frühere Studien hatten andere Ergebnisse erbracht.
/ Achim Sawall
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Die sogenannte KISS-Studie (Kindliche Leukämien und Expositionen in der Umgebung von hochfrequenten SendeStationen) hat keine Hinweise auf ein erhöhtes Kinderleukämierisiko durch die Felder von Fernseh- und Radiosendern ergeben. "Wir haben keinerlei Hinweise auf ein erhöhtes Leukämierisiko für Kinder gefunden", erklärt Studienleiter Joachim Schüz. "Weder für die Mittelwellensender noch für UKW- und Fernsehsender." Dies gelte für die Zeit vor der großflächigen Einführung des Mobilfunks (1983 bis 1991) als auch danach (1992 bis 2002).

Anders als bei einer 2007 veröffentlichten Studie zu Kinderkrebs um Kernkraftwerke (KIKK) lasse sich auch bei Kindern unter fünf Jahren in den höchstbelasteten Gebieten in der Nähe der Sender kein erhöhtes Leukämierisiko nachweisen, so Schüz.

Das Design der Studie, mit einer individuellen Expositionsabschätzung für fast 8.000 Kinder, ein 20-jähriger Beobachtungszeitraum und der Fokus auf 24 der leistungsstärksten Sendeanlagen in Deutschland sei aussagekräftiger als vereinzelte auffällige Befunde einiger früherer Untersuchungen, so die Wissenschaftler in ihrem am 15. Oktober 2008 vorgelegten Abschlussbericht(öffnet im neuen Fenster).

In die Studie einbezogen seien alle westdeutschen Gemeinden, die im Umkreis von 16 leistungsstarken Mittelwellensendern und acht UKW/TV-Sendern liegen. Die Studie verglich 1.959 an Leukämie erkrankte Kinder mit 5.848 nicht erkrankten (Fall-Kontroll-Studie ohne Befragung). Grundlage waren die berechneten Feldstärken. Fast alle früheren Studien hatten die Distanz zwischen Sendeanlage und Wohnung zur Grundlage genommen.

Auch bei getrennter Betrachtung der AM-Sender und UKW/TV-Sender mit ihrem unterschiedlichen Frequenzbereich, beziehungsweise Modulationstyp, hatten sich keine Belege für ein erhöhtes Leukämierisiko in Abhängigkeit vom Sendertyp ergeben.

Die Untersuchung im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) erhielt Geld aus dem Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramm (DMF).


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