Zehntausende demonstrieren gegen Überwachung

Ein Zeichen gegen zunehmende Überwachung und Kontrolle wollten die Demonstranten setzen: "Egal, was wir tun, mit wem wir sprechen oder telefonieren, wohin wir uns bewegen oder fahren, mit wem wir befreundet sind, wofür wir uns interessieren, in welchen Gruppen wir engagiert sind – der 'große Bruder' Staat und die 'kleinen Brüder und Schwestern' aus der Wirtschaft wissen es immer genauer.
Der daraus resultierende Mangel an Privatsphäre und Vertraulichkeit gefährdet die Freiheit des Glaubensbekenntnisses, die Meinungsfreiheit, die Pressefreiheit, die Koalitionsfreiheit, Unternehmensintegrität, die Arbeit von Ärztinnen und Ärzten, Beratungsdiensten und Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten", heißt es im Demonstrationsaufruf.
Sie treten für einen Abbau der Überwachung ein, das heißt gegen eine pauschale Registrierung aller Flugreisenden, gegen einen Informationsaustausch mit den USA und anderen Staaten ohne wirksamen Datenschutz, gegen geheime Durchsuchung von Privatcomputern, gegen eine pauschale Überwachung und Filterung von Internetkommunikation und damit das geplante Telekom-Paket der EU, gegen eine Finanzierung der Entwicklung neuer Überwachungstechniken und für die Abschaffung der Vorratsdatenspeicherung sowie Erhebung biometrischer Daten und RFID-Ausweisdokumenten.
Nach Einschätzung von Golem.de vor Ort betrug die Teilnehmerzahl nicht ganz 100.000, was die Veranstalter als offizielle Zahl nannten, aber auch nicht nur 15.000, wie die Polizei meldete. Golem.de schätzt die Zahl der Teilnehmer an der Abschlusskundgebung auf ungefähr 50.000 Personen. Die Veranstaltung verlief weitestgehend friedlich, von kleinen Rangeleien mit der Polizei am Rande des Brandenburger Tors einmal abgesehen.



