Abo
  • IT-Karriere:

Apacer kündigt Defragmentierer für SSDs an

Programm "SSD+" soll Tempo und Lebensdauer erhöhen

Der Speicherhersteller Apacer will demnächst ein zusammen mit Diskeeper entwickeltes Programm auf den Markt bringen, das Solid-State-Drives (SSDs) noch schneller macht. Ob die Defragmentierung eines Flash-Speichers dabei jedoch vorteilhaft ist, erscheint zweifelhaft.

Artikel veröffentlicht am ,

Wie die "SSD+" getaufte Anwendung funktioniert, verrät Apacer in seiner Ankündigung des Produktes nicht. Das Programm wurde jedoch zusammen mit Diskeeper entwickelt, einem Unternehmen, das vor allem für sein gleichnamiges Defragmentierungsprogramm bekannt ist.

Stellenmarkt
  1. über unternehmensberatung monika gräter, Töging am Inn
  2. operational services GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main

Apacer schreibt in seiner Ankündigung von "einer Defragmentierung des freien Speicherplatzes", was der Leistung dienen soll. Laut Apacer sollen SSDs nach nur sechs Monaten Benutzung bis zu 80 Prozent ihrer Leistung verlieren.

Einen Beleg für diese Angabe liefert das Unternehmen nicht, und auch die Idee eines Defragmentierers für SSDs klingt merkwürdig, vor allem da Apacer auch noch "gesteigerte Langlebigkeit von SSDs" verspricht. Bei einer Defragmentierung werden gespeicherte Daten auf einem Medium von einem Ort zum anderen verschoben, also geschrieben - doch gerade die Zahl der Schreibzyklen ist bei Flash-Speicher, wie er in SSDs eingesetzt wird, begrenzt.

Diese Zahl der maximalen Schreibzyklen hat sich in den letzten Jahren bei Flash-Medien stark erhöht. Die Zeitschrift c't berichtet in der aktuellen Ausgabe 21/2008 auf Seite 125 von einem neuen Versuch, bei dem ein USB-Stick mit 2 GByte mit insgesamt 23,5 Terabyte Daten beschrieben wurde. Das entsprach 12.240 kompletten Füllungen des Mediums und dauerte über einen Monat. Danach funktionierte der Stick noch einwandfrei. Bereits vor zwei Jahren hatte das Magazin erfolglos versucht, einen USB-Stick durch ständiges Beschreiben zu beschädigen. Die Erfahrungen mit dem neuen USB-Stick sind auch online einsehbar.

Ein Grund dafür sind auch die immer ausgefeilteren Algorithmen für "Wear-Levelling", die Zugriffe strategisch verteilen. Ein Zugriff auf diese Muster ist von außen nicht möglich, hier kann also Apacers SSD+ nicht ansetzen. Intel gibt für seine ersten SDDs eine Lebensdauer (MTBF) von 1,2 Millionen Stunden an, was knapp 137 Jahren entspricht.

Da die Zugriffszeiten von SSDs mit Werten unter einer Millisekunde um Größenordnungen unter denen von Festplatten liegen, erschließt sich auch nicht, wie SSD+ Geschwindigkeitssteigerungen erzielen soll. Manche billigen SSDs, wie sie beispielsweise in Netbooks verbaut sind, schwanken dabei jedoch um mehrere hundert Prozent.

Ob SSD+ wirklich messbare oder gar spürbare Vorteile bringt, kann erst ein unabhängiger Test zeigen. Wann dieser möglich ist, ist noch nicht abzusehen, denn auch der Erscheinungstermin oder gar der Preis des Programms stehen bisher nicht fest.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,31€
  2. 34,99€
  3. 229,00€
  4. 44,99€

Der Kaiser 09. Okt 2008

Mensch.

Django79 08. Okt 2008

Aber besser nicht zu kräftig, weil sonst die kleinen Dateien durch Lücken in der...

Zeratul 08. Okt 2008

Ich shwadroniere nicht ich weis nicht wie das funzen soll und habe das auch gesagt...

:-) 08. Okt 2008

Verzeihung, wenn ich in die erlauchte Runde so plump eindringe. Bedenke bitte, dass...

Hotohori 07. Okt 2008

Getriebe-Totalschaden? ;)


Folgen Sie uns
       


Asus ROG Phone 2 ausprobiert

Das neue ROG Phone II von Asus richtet sich an Mobile Gamer - ist angesichts der Topausstattung aber auch für alle anderen Nutzer interessant.

Asus ROG Phone 2 ausprobiert Video aufrufen
Garmin Fenix 6 im Test: Laufzeitmonster mit Sonne im Herzen
Garmin Fenix 6 im Test
Laufzeitmonster mit Sonne im Herzen

Bis zu 24 Tage Akkulaufzeit, im Spezialmodus sogar bis zu 120 Tage: Garmin setzt bei seiner Sport- und Smartwatchserie Fenix 6 konsequent auf Akku-Ausdauer. Beim Ausprobieren haben uns neben einem System zur Stromgewinnung auch neue Energiesparoptionen interessiert.
Ein Test von Peter Steinlechner

  1. Fenix 6 Garmins Premium-Wearable hat ein Pairing-Problem
  2. Wearable Garmin Fenix 6 bekommt Solarstrom

Recruiting: Wenn das eigene Wachstum zur Herausforderung wird
Recruiting
Wenn das eigene Wachstum zur Herausforderung wird

Gerade im IT-Bereich können Unternehmen sehr schnell wachsen. Dabei können der Fachkräftemangel und das schnelle Onboarding von neuen Mitarbeitern zum Problem werden. Wir haben uns bei kleinen Startups und Großkonzernen umgehört, wie sie in so einer Situation mit den Herausforderungen umgehen.
Von Robert Meyer

  1. Recruiting Alle Einstellungsprozesse sind fehlerhaft
  2. LoL Was ein E-Sport-Trainer können muss
  3. IT-Arbeit Was fürs Auge

Elektrautos auf der IAA: Die Gezeigtwagen-Messe
Elektrautos auf der IAA
Die Gezeigtwagen-Messe

IAA 2019 Viele klassische Hersteller fehlen bei der IAA oder zeigen Autos, die man längst gesehen hat. Bei den Elektroautos bekommen alltagstaugliche Modelle wie VW ID.3, Opel Corsa E und Honda E viel Aufmerksamkeit.
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. Elektromobilität Stromwirtschaft will keine Million öffentlicher Ladesäulen
  2. Umfrage Kunden fühlen sich vor Elektroautokauf schlecht beraten
  3. Batterieprobleme Auslieferung des e.Go verzögert sich

    •  /