Forscher wollen Netzwerke mit LED-Lampen aufbauen
Zu einer Datenübertragung kommt es, indem sich die LED-Lampen an- und ausschalten. Das geschieht allerdings so schnell, dass es vom menschlichen Auge nicht mehr wahrgenommen wird. Auch die Intensität der Raumbeleuchtung soll so nicht beeinträchtigt werden. Die Forscher wollen zunächst Datenübertragungsraten von 1 bis 10 MBit/s realisieren. Jede LED soll dabei als Access Point dienen und davon sitzen in einer Lampe oft mehrere, so dass LED-Netzwerke auch bei einzelnen Ausfällen der Dioden noch in der Lage wären, weiterzuarbeiten. Für die Zukunft gehen die Forscher davon aus, vergleichbare Geschwindigkeiten wie bei drahtlosen Funknetzwerken zu erreichen.
Die Forscher nennen zahlreiche Vorteile der Technik: Erst wenn das Netzwerk gebraucht wird, würde es aktiviert, etwa indem die Leselampe oder die Zimmerbeleuchtung angeschaltet wird. Während normale WLANs durch Wände hindurch abgehört werden können, ist dies bei lichtbasierten Netzwerken nicht mehr möglich. Da müsste ein Loch in die Wand gebohrt werden. Fenster in der Wand sollten dann aber durch lichtundurchlässige Vorhänge abgedichtet werden. Der Nutzer kann also selbst bestimmen, wie offen das eigene Netzwerk ist und könnte, wenn nötig, sogar auf eine Verschlüsselung verzichten. Auch die Ausdehnung des Netzwerkes ist letztlich von der Installation selbst abhängig. Ein WLAN funkt gerne deutlich weiter, als es vielleicht sollte.
Störungen durch andere WLANs in benachbarten Räumen sind kaum zu verhindern und ein Ausweichen auf das 5-GHz-Band (802.11a/n) nicht immer möglich. LED-Netzwerke sind im Inneren dagegen sauber getrennt und können sich auch zwischen Räumen nicht stören. So steht immer die volle Bandbreite innerhalb eines Lichtraumes zur Verfügung. Gegebenenfalls wird einfach die Zimmertür geschlossen oder der Vorhang zugezogen. Lichtquellen, die nicht auf LEDs basieren, könnten laut den Forschern jedoch zu geringeren Datenübertragungsraten führen. Auch das Sonnenlicht kann die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.
Geforscht wird an der Boston University nicht nur an LEDs zur Abstrahlung der Signale, sondern auch an der LED-Technik selbst, die weiter optimiert werden soll. Damit besteht die Möglichkeit, nicht nur noch sparsamere Lampen zu entwickeln, sondern auch besonders energiesparende Zugangspunkte zum Internet zu schaffen. LEDs sollen weniger Leistung aufnehmen als funkbasiertes WLAN-Zubehör. Sie sollen zudem nicht zusätzliche Leistung durch die neuen Funktionen aufnehmen, da sie ohnehin schon leuchten.
Die Forscher erwarten zudem niedrigere Gesamtkosten. Gegenüber konventionellen Leuchtmitteln halten LEDs deutlich länger, und die Kosten für Access Points können bei hoher Redundanz eingespart werden. Bei entsprechend hohem Produktionsaufkommen wird zudem erwartet, dass die LEDs im Preis weiter sinken.
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