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Studie: Viele Deutsche kümmern sich nicht um Mobilfunkkosten

60 Prozent kennen den Minutenpreis ihres Mobilfunktarifs nicht. 60 Prozent der Befragten gaben in einer jüngst durchgeführten Umfrage von TNS Infratest an, den Minutenpreis für einen Anruf mit ihrem Handy zu einem anderen Handy nicht zu kennen. Laut der Studie steigt die Unwissenheit mit dem Alter und bei geringem Einkommen. Nach den Gründen für diese Unkenntnis wurde nicht gefragt.
/ Ingo Pakalski
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Wenn es um den Minutenpreis vom Handy ins Festnetz geht, wissen immerhin 45 Prozent der Befragten, was sie in ihrem aktuellen Tarif bezahlen müssen. Bei der Umfrage wurden alle Kunden ausgenommen, die eine Flatrate oder ein Firmenhandy nutzen.

Bei den Einkommenschwächeren wissen 70 Prozent nicht, welche Kosten ihnen beim Telefonieren mit dem Handy entstehen. Bei den Nutzern über 60 Jahren steigt dieser Wert auf 80 Prozent. Nach der Umfrage kennen Männer häufiger die Kosten für das Handytelefonat als die befragten Frauen. Genaue Zahlen liefert TNS Infratest dafür allerdings nicht.

Die Umfrage ging nicht darauf ein, welche Gründe es für das Desinteresse am Minutenpreis des eigenen Handytarifs gibt. TNS Infratest mutmaßt, dass es einen "Tarifdschungel" gebe, den der Kunde nicht durchschaue. Daher wüssten viele Kunden nicht, welche exakten Kosten ihnen beim Telefonieren entstehen. Denn bei älteren Tarifen fallen verschiedene Minutenpreise an, je nachdem, in welches Netz der Kunde anruft.

Aber damit sind die Deutungsmöglichkeiten noch nicht erschöpft. Denkbar ist ebenfalls, dass viele der befragten Mobilfunknutzer nur wenig vom Handy aus telefonieren, so dass ihnen in diesen Situationen einfach gleichgültig ist, was eine Telefonminute kostet. Es könnte auch sein, dass die Kosten für Handytelefonate für Gelegenheitstelefonierer so niedrig sind, dass sich der Kunde nicht weiter dafür interessiert. Er geht von bestimmten monatlichen Kosten aus und wenn diese nicht massiv überschritten werden, kümmert es ihn nicht.

Die Befragung ging ebenfalls nicht darauf ein, ob die befragten Mobilfunkkunden einen Vertrag abgeschlossen oder ein Prepaidangebot genutzt haben. Prepaidkunden müssen bekanntlich erst einen Betrag auf die SIM-Karte laden, um telefonieren zu können. Wenn diese Kundengruppe immer nur einen bestimmten Monatsbetrag vertelefoniert, kann ihr der Minutenpreis des eigenen Tarifs egal sein. Wenn der Festbetrag aufgebraucht ist, wird einfach in dem Monat nicht mehr telefoniert.

Für die Mobilfunkanbieter könnte diese Erkenntnis von großem Interesse sein. Denn vielfach konzentrieren sich die Anbieter darauf, mit günstigen Minutenpreisen zu werben. Nach den Erkenntnissen der Umfrage werden damit aber große Teile der Bevölkerung nicht erreicht, weil diese gar nicht wissen, ob der beworbene Mobilfunktarif für sie günstiger als der bestehende Tarif ist.

Die Umfrage hat TNS Infratest im Auftrag von D+S Europe durchgeführt. Im Zeitraum vom 4. bis 5. September 2008 wurden insgesamt 1.000 Menschen ab 14 Jahren telefonisch zu ihren aktuellen Mobilfunktarifen befragt.


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