Siemens: Joint Venture mit Fujitsu aufgekündigt
Laut einem Bericht der Wirtschaftswoche(öffnet im neuen Fenster) ist das Ende des Gemeinschaftsunternehmens Fujitsu Siemens Computer besiegelt. "Siemens hatte das Recht, seine Anteile dem Partner Fujitsu bis Ende September anzudienen – und das ist auch geschehen" , zitiert das Blatt einen Siemens-Aufsichtsrat. Einzig über den Preis seien sich die Vorstände noch uneinig. Fujitsu bietet für die Siemens-Anteile 500 Millionen Euro(öffnet im neuen Fenster) , während Siemens 1 Milliarde Euro fordert, hatte es zuvor geheißen.
Als mögliche Käufer von Fujitsu Siemens werden der chinesische Computerhersteller Lenovo und der japanische Elektronikkonzern Fujitsu gehandelt. Lenovo-Chef Bill Amelio wollte eine Übernahme nicht ausschließen. "Wir beobachten natürlich den Konsolidierungsprozess in der Branche sehr genau. Wenn es interessante Übernahmekandidaten gibt, sind wir zur Stelle" , sagte er dem Magazin.
Der Vertrag zwischen Siemens und Fujitsu läuft bis September 2009 und verlängert sich automatisch bis zum Jahr 2014, falls der Ausstieg nicht bis Ende 2008 erfolgt.
Bereits im Dezember 2007 hatte Siemens-Chef Peter Löscher die Zukunft der seit neun Jahren laufenden Siemens-Beteiligung in Frage gestellt. "Das Unternehmen muss besser werden" , so Löscher. "Und wenn das nicht gelingen sollte, müssen wir darüber reden, wie es überhaupt besser werden kann – oder ob neue strategische Überlegungen für die Zukunft angestellt werden müssen."
Fujitsu Siemens hat 10.500 Beschäftigte, davon 6.200 in Deutschland. Die IG Metall fürchtet nun um die Montagestandorte in Augsburg und im thüringischen Sömmerda. "Wir drängen darauf, dass der Erhalt der Werke zur Sprache kommt" , erklärte IG-Metall-Sprecher Michael Leppek.



