Telefondaten der Telekom-Aufsichtsräte in Ordnern aufgehoben
Das Handelsblatt berichtet, der Datenschutz der Deutschen Telekom offenbare immer größere Löcher. Ausspionieren der Einzelverbindungsnachweise der Aufsichtsräte war dort gar nicht nötig – Interessierte mussten nur in den Verbindungsnachweisen nachsehen, die das Sekretariat des Aufsichtsratsbüros in Ordnern abgeheftet hatte.
Die Telekom teile gegenüber dem Blatt mit, dass man die Listen aufgehoben habe. Normalerweise werden die Einzelverbindungsnachweise den Anschlussinhabern per Post übermittelt. "Eine Auswertung der Daten oder ein Missbrauch ist nach Aussagen der Beteiligten nicht vorgekommen" , erklärte ein Unternehmenssprecher. "Mittlerweile ist die Vorgehensweise geändert. Einzelverbindungsnachweise werden nicht mehr erstellt. Die Einzelverbindungsnachweise wurden eingesammelt und versiegelt."
Die Aufsichtsräte erhalten von der Telekom freiwillig private Festnetz- und DSL-Anschlüsse sowie einen Mobilfunkvertrag. Das Unternehmen hat für die Mitglieder des Kontrollgremiums die Rechnungen übernommen und erhielt daraufhin die Verbindungsnachweise.
Wie das Handelsblatt berichtete, kam der laxe Umgang mit den Verbindungsdaten im Mai 2008 bei der internen Überprüfung des Datenschutzkonzepts nach der Aufdeckung der Spitzelaffäre ans Licht.