EFF: Kampf der Musikindustrie ist gescheitert
Vor fünf Jahren hat der Verband der US-Musikindustrie, die Recording Industry Association of America (RIAA), Tauschbörsennutzern den juristischen Kampf angesagt . Seither hat der Verband etwa 30.000 US-Bürger vor Gericht gebracht – darunter auch Kinder, Großeltern, alleinerziehende Mütter oder Universitätsprofessoren.
Erreicht habe die Industrie mit ihre Klagen jedoch nicht viel. Studien legten nahe, dass der illegale Tausch von Daten über das Internet trotz drohender rechtlicher Konsequenzen in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen habe, so die EFF: 95 Prozent der aus dem Internet heruntergeladenen Musikstücke in den USA stammen nicht aus legalen Quellen. Verglichen damit seien Angebote wie iTunes nur "ein Tropfen auf den heißen Stein" . Viele Filesharer entzögen sich der Verfolgung durch die Industrie, indem sie auf verschlüsselte Tauschverfahren auswichen oder einfach ihren Freunden CDs brennen. Es sei der RIAA nicht gelungen, die Nutzer davon zu überzeugen, dass Dateitausch das Gleiche ist wie Ladendiebstahl, resümiert die EFF.
Diejenigen, in deren Namen der Feldzug geführt wird, haben nicht einmal etwas davon, denn es sei kein "Penny in den Taschen der Musiker gelandet" . Für die EFF lässt das nur den Schluss zu, die Kampagne habe ihre Glaubwürdigkeit verloren. "Haben die Verfahren etwas bewirkt? Hat das willkürliche Auswählen von rund 30.000 beliebigen Familien zu mehr Achtung der Öffentlichkeit für das Urheberrechtsgesetz geführt? Haben die Verfahren den P2P-Geist wieder in die Flasche gebannt oder der Plattenindustrie wieder Einkünfte wie im Jahr 1997 beschert? Nach fünf Jahren Drohungen und Prozessen ist die Antwort ein schallendes Nein" , lautet das Verdikt der Organisation.
Statt die Nutzer weiter zu verfolgen, schlägt die EFF ein anderes Vergütungsmodell vor: die Einführung einer Filesharing-Flatrate. Gegen die Zahlung eines monatlichen Beitrags sollten die Fans das tun dürfen, "was sie ohnehin schon tun – nämlich die Musik, die sie mögen, mit anderen teilen, mit der Software und auf der Plattform ihrer Wahl -, ohne Angst vor einem Verfahren haben zu müssen." Das Geld soll dann unter den Rechteinhabern entsprechend ihrer Popularität aufgeteilt werden.
Würden die rund 60 Millionen Amerikaner, die Dateien über das Netz tauschen, jeden Monat zwischen 5 und 10 US-Dollar zahlen, kämen schnell 3 Milliarden US-Dollar für die Musikindustrie zusammen, rechnet die EFF vor(öffnet im neuen Fenster) . Derzeit verdient die zwar noch dreimal so viel. Doch ließe sich über eine Flatrate auch eine Menge sparen: Die Kosten für die Herstellung und den Vertrieb von CDs fielen ebenso weg wie die Gewinnspanne des Handels. "Und das Beste daran ist, dass es ein dauerndes Einkommen ist – das Geld fließt in guten wie schlechten Zeiten, solange die Fans digitale Musik aus dem Internet wollen. Der Kuchen schrumpft nicht, er wächst mit dem Tausch von Musik über das Internet."
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