Gnip 2.0 verteilt Daten via Push in XMPP
Gnip(öffnet im neuen Fenster) will sich als zentraler Knoten zum Austausch von Aktivitätsinformationen etablieren, um so die Frage zu beantworten, wer im Web gerade was tut. Dazu unterstützt Gnip unterschiedliche Ein- und Ausgabeformate, übersetzt zwischen diesen und stellt die Inhalte im Push- und Pull-Verfahren Dritten zur Verfügung. Seit dem Start im Juli 2008 will Gnip dem Netz so schon einige Milliarden API-Aufrufe erspart haben.
In aller Regel werden Aktivitätsinformationen von Nutzern über verschiedene Dienste hinweg über RSS-Feeds oder andere Pull-Dienste weitergegeben. Jeder Dienst frage dazu in regelmäßigen Abständen von Minuten oder Stunden die Aktivitäten jedes einzelnen Nutzers ab, auch wenn dieser wochenlang gar nichts tut. So entsteht eine sehr große Zahl an Abfragen, von denen die meisten zu keinen neuen Erkenntnissen führen, aber die Systeme erheblich belasten.
Gnip will hier Abhilfe schaffen und als zentrale Anlaufstelle für solche API-Aufrufe dienen. Eingehende Daten nimmt Gnip in einem einheitlichen XML-Format, Activity XML genannt, an, in dem sich die Aktivitäten der unterschiedlichen Publisher ausdrücken lassen. Das Gegenstück zu Activity XML ist Collections XML, über das sich die Aktivitäten ausgewählter Nutzer auf unterschiedlichen Plattformen in einem einheitlichen Format verfolgen lassen. Mit dem Start von Gnip 2.0 wurden diese Formate erweitert, um weitere Metadaten und auch die eigentlichen Inhalte, beispielsweise einen Blogkommentar, verarbeiten und weitergeben zu können.
Mit Gnip 2.0 wird zudem eine weitere wesentliche Neuerung eingeführt: die Abfrage von Daten via XMPP. Die Anlieferung der Daten war schon bislang via XMPP möglich, nun auch die Abfrage. Statt regelmäßig anzufragen, werden die Daten in dem auch von Jabber verwendeten Protokoll zum Nutzer gepusht. Um eine Implementierung von XMPP PubSub handelt es sich dabei noch nicht, die Gnip-Entwickler sprechen von Babyschritten.
Mit dem Start von Gnip 2.0 hat das Unternehmen auch sein Geschäftsmodell vorgestellt. Derzeit ist der Dienst komplett kostenlos, künftig sollen kommerzielle Nutzer zur Kasse gebeten werden, während die Nutzung in begrenztem Umfang kostenlos bleibt. Die Community-Edition ist kostenlos, aber auf 10.000 Regeln pro Publisher begrenzt. Die Standardversion kennt diese Schranken nicht, kostet aber zwischen 100 und 1.000 US-Dollar pro Publisher und Monat. Derzeit kann Gnip aber komplett kostenlos genutzt werden.
Daten erhält Gnip(öffnet im neuen Fenster) derzeit unter anderem von Delicious(öffnet im neuen Fenster), Digg(öffnet im neuen Fenster), Flickr(öffnet im neuen Fenster) und Sixapart(öffnet im neuen Fenster).
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