Abo
  • Services:

Roboterlibelle soll fremde Planeten erkunden

Insektenartiger Flugroboter für den Einsatz auf dem Mars oder Titan

Sanft wie eine übergroße Libelle schwirrt ExoFly durch die Lüfte. Derzeit noch auf der Erde, genauer gesagt rund um die Universität von Delft, wo der Flugroboter mit entwickelt wurde. In ferner Zukunft soll er jedoch über die Oberfläche ferner Planeten schweben und Pfadfinder für laufende oder fahrende Roboter spielen.

Artikel veröffentlicht am ,

ExoFly sieht mit seinem langen, dünnen Rumpf und den großen durchsichtigen Flügeln aus wie ein Modellflugzeug, das mit einer Libelle gekreuzt wurde. Denn anders als das Flugzeug gleitet er nicht, sondern bewegt sich fort, indem er wie ein Insekt mit den Flügeln schlägt - dafür sorgt ein kleiner Motor, der von einem 3 Gramm schweren Lithium-Polymer-Akku gespeist wird. Diese Art der Fortbewegung sei "gut geeignet für die Marsatmosphäre, die von geringer Dichte, aber sehr viskos" ist, schreiben die niederländischen Entwickler in einem Aufsatz. Sie könne aber auch in einer dichteren Atmosphäre eingesetzt werden, wie sie etwa auf dem Saturnmond Titan herrscht.

Stellenmarkt
  1. DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Oberpfaffenhofen bei München
  2. Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB, Ilmenau

Damit der nur 2 Gramm schwere Motor das robotische Insekt auch bewegen kann, haben die Wissenschaftler um Tanja Zegers von der Universität Utrecht beim Bau nur sehr leichte Materialien eingesetzt. So besteht der 40 Zentimeter lange Rumpf aus Balsaholz, die vier Flügel (Spannweite 35 Zentimeter) aus einer dünnen Folie aus Polyethylenterephthalat (PET). Zusammen mit Motor und Akku ergibt das ein Gewicht von gerade mal 17 Gramm. Dazu kommt noch als Nutzlast das Auge des Roboters: eine 1,2 Gramm schwere Minikamera.

Ein solches Auge braucht ExoFly auch, denn er soll auf einem fremden Himmelskörper autonom das Terrain erkunden. Die meisten Formationen, die wichtige Erkenntnisse über die gegenwärtigen oder vergangenen Umweltbedingungen zulassen, etwa Wind oder Erosion, vulkanische Aktivitäten oder Wasser, seien zwischen einem Millimeter und einem Meter groß, schreiben die Wissenschaftler. Der Flugroboter bewege sich in einer Höhe, aus der es möglich sei, dreidimensionale Aufnahmen solcher Strukturen zu machen. Satelliten, die um den Himmelskörper kreisen, können solche Formationen oft nicht erfassen, weil ihre Kameras eine zu geringe Auflösung haben oder den Dunst nicht durchdringen können. Fahrzeuge hingegen können viele Stellen nicht erreichen, die ExoFly überfliegen kann. Die Bilder, die ExoFly liefert, können zudem Rovern oder Laufrobotern den einfachsten Weg zu interessanten Stellen weisen. Neben der Kamera soll ExoFly auch mit anderen wissenschaftlichen Geräten bestückt werden.

Eine große Reichweite hat der aktuelle Prototyp noch nicht: Nach nur zwölf Minuten Flugzeit geht dem ExoFly die Energie aus. Ein Roboter für den Marseinsatz würde deshalb mit einer kleinen Solarzelle ausgestattet werden. Damit bekäme er eine Reichweite von 10 bis 15 Kilometern. Für den Einsatz auf dem Titan müsste der Flugroboter wegen der dichteren Atmosphäre deutlich größer und robuster sein, damit er den dort herrschenden Temperaturen von unter minus 100 Grad standhalten kann.

Ihre Entwicklung haben die niederländischen Wissenschaftler in der vergangenen Woche auf dem 3. europäischen Planetologenkongress (European Planetary Science Congress, ERSC) in Münster vorgestellt.

ExoFly basiert auf dem Roboter DelFly, der an der Universität Delft entwickelt wurde.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 399€ (Wert der Spiele rund 212€)
  2. 99,90€

IhrName9999 16. Okt 2009

schon immer. Meinetwegen kannste das auch durch ein anderes Gasgemisch ersetzen, aber...

realist 28. Okt 2008

naja sicherlich der Gedanke mit der Luft ist mir auch gekommen weil die Athmosphäre auf...

Timmeey 02. Okt 2008

Falsch kannst du nicht.. du drehst dabei den arm zwar um 360° um Den körper aber du...

spanther 01. Okt 2008

Kein Kommentar ^^ Wikipedia bzw. das Internet ansich sollte dir aber genug Informationen...

Leser 01. Okt 2008

Mal den Artikel gelesen? Klar gibt es dort Atmosphäre (wenn auch anders...


Folgen Sie uns
       


Parrot Anafi Thermal angesehen

Die Anafi Thermal kann dank Wärmebildsensor Temperaturdaten von -10 bis 400° Celsius messen.

Parrot Anafi Thermal angesehen Video aufrufen
Openbook ausprobiert: Wie Facebook, nur anders
Openbook ausprobiert
Wie Facebook, nur anders

Seit gut drei Wochen ist das werbe- und trackingfreie soziale Netzwerk Openbook für die Kickstarter-Unterstützer online. Golem.de ist dabei - und freut sich über den angenehmen Umgangston und interessante neue Kontakte.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Hack Verwaiste Twitter-Konten posten IS-Propaganda
  2. Openbook Open-Source-Alternative zu Facebook versucht es noch einmal
  3. Klage eingereicht Tinder-Mitgründer fordern Milliarden von Mutterkonzern

Passwort-Richtlinien: Schlechte Passwörter vermeiden
Passwort-Richtlinien
Schlechte Passwörter vermeiden

Groß- und Kleinbuchstaben, mindestens ein Sonderzeichen, aber nicht irgendeins? Viele Passwort-Richtlinien führen dazu, dass Nutzer genervt oder verwirrt sind, aber nicht unbedingt zu sichereren Passwörtern. Wir geben Tipps, wie Entwickler es besser machen können.
Von Hanno Böck

  1. Acutherm Mit Wärmebildkamera und Mikrofon das Passwort erraten
  2. Datenschutz Facebook speicherte Millionen Passwörter im Klartext
  3. Fido-Sticks im Test Endlich schlechte Passwörter

Batterieherstellung: Kampf um die Zelle
Batterieherstellung
Kampf um die Zelle

Die Fertigung von Batteriezellen ist Chemie und damit nicht die Kernkompetenz deutscher Autohersteller. Sie kaufen Zellen bei Zulieferern aus Asien. Das führt zu Abhängigkeiten, die man vermeiden möchte. Dank Fördergeldern soll in Europa eine Art "Batterie-Airbus" entstehen.
Eine Analyse von Dirk Kunde

  1. US CPSC HP muss in den USA nochmals fast 80.000 Akkus zurückrufen
  2. Erneuerbare Energien Shell übernimmt Heimakku-Hersteller Sonnen
  3. Elektromobilität Emmanuel Macron will europäische Akkuzellenfertigung fördern

    •  /