Norwegen erhöht Druck auf Apple wegen iTunes-DRM
Bjørn Erik Thon, oberster Verbraucherschützer Norwegens, meint es ernst. Er will die Politik von Apple, Kunden mit einem proprietären DRM-Format für einen großen Teil der bei iTunes verkauften Musiktitel zur Nutzung von Apple-Abspielgeräten zu zwingen, nicht länger hinnehmen.
"Ein Verbraucher hat das Recht, digitale Inhalte, die er im Internet gekauft hat, auf einem Abspielgerät seiner Wahl zu nutzen", erklärte Thon. "iTunes macht das unmöglich oder erschwert es zumindest erheblich, was bedeutet, dass [Apple] norwegisches Recht bricht. Apple hat zwei Jahre lang Zeit gehabt, unseren Forderungen nach Interoperabilität nachzukommen. Seit unserem letzten Treffen im Februar sind keine Fortschritte zu verzeichnen", wird Thon von verschiedenen Medien zitiert, darunter von Out-Law(öffnet im neuen Fenster).
Bei dem Treffen, das in Berlin stattgefunden hatte, hatte Apple den Verbraucherschützern mehrerer EU-Länder versichert, Musik künftig ohne DRM verkaufen zu wollen. In den Augen von Thon hat Apple die gegebenen Zusagen aber nicht erfüllt.
Wegen des anhaltenden Verstoßes gegen norwegische Vorschriften zum Verbraucherschutz hat Thon Beschwerde bei der Marktaufsichtsbehörde eingereicht. Apple hat bis zum 3. November 2008 Zeit, eine Stellungnahme zu den Vorwürfen abzugeben. Sollte Apple die Forderungen der Verbraucherschutzbehörde nicht zufriedenstellend erfüllen, hat die Marktaufsichtsbehörde die Möglichkeit, Apple zur Anpassung von iTunes zu zwingen und zur Durchsetzung auch Strafen zu verhängen. Das Vorgehen der norwegischen Verbraucherschützer wird aus Finnland, Dänemark, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden unterstützt. [von Robert A. Gehring]


