Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Wal-Mart macht DRM-Server dicht

Kunden sollen Musik auf CD brennen. Der US-Einzelhandelsriese hat in einer E-Mail an die Kunden seines Onlinemusikdienstes angekündigt, binnen Wochenfrist die Server zur Verwaltung von Schlüsseln und Lizenzen für DRM-geschützte Musik abzuschalten. Dann lassen sich die Titel im WMA-Format nicht mehr abspielen.
/ Jens Ihlenfeld
101 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)

Kunden, die beim weltgrößten Einzelhandelsunternehmen Wal-Mart in der Vergangenheit online DRM-geschützte Musik gekauft haben, sollten sich beeilen und ihre Musik auf CD brennen. Das empfiehlt der Handelsriese den Betroffenen in einer E-Mail mit der Betreffzeile "Wichtige Information über ihre bei Walmart.com gekaufte digitale Musk". In der E-Mail vom Wochenende verkündet Wal-Mart den Kunden die Abschaltung der Server, die die Schlüssel und Lizenzen für DRM-geschützte Musik verwalten, berichtet Wired(öffnet im neuen Fenster). Bereits seit Februar 2008 hat Wal-Mart Musik online ausschließlich im DRM- und kopierschutzfreien MP3-Format angeboten.

In gut einer Woche soll Schluss mit dem DRM-Dienst sein. Wer seine DRM-geschützten Musikstücke im Windows-Media-Audio-Format nach diesem Termin auf andere Abspielgeräte übertragen will, hat Pech gehabt. Die dafür zum Abspielen nötigen neuen Schlüssel wird Wal-Mart nicht mehr liefern. Deshalb empfiehlt Wal-Mart den Betroffenen, die DRM-geschützten Titel schnell noch als Audio-CD zu brennen. Dabei wird der DRM-Schutz entfernt und die Musik lässt sich anschließend auch auf anderen Geräten nutzen.

Mit Wal-Mart verabschiedet sich ein weiterer großer Onlinemusikanbieter endgültig von einer Technik, die die Kunden eigentlich sowieso nicht wollten. Zuvor hatten schon Sony und Yahoo diesen Schritt unternommen und ihre DRM-Server abgeschaltet. Microsoft wollte die DRM-Server für seinen Microsoft-Musik-Dienst in den USA Ende August 2008 deaktivieren, sah sich aber nach massiven Protesten von Kunden und Verbraucherschützern dazu gezwungen, die Laufzeit für die Server um mehr als drei Jahre zu verlängern. [von Robert A. Gehring]


Relevante Themen