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Kreative und das liebe Geld

Martin Kretschmer
Martin Kretschmer
Der Vortrag von Martin Kretschmer von der Universität Bournemouth über eine empirische Untersuchung der Einkommensverhältnisse von Autoren in Großbritannien und Deutschland war durchaus geeignet, die Thesen von Christian von Borries zu stützen. Anhand der Ergebnisse seiner gründlichen Erhebung der verschiedenen Einkommensarten, aus denen Autoren ihr Leben finanzieren, konnte Kretschmer darlegen, dass "das Urheberrecht nicht dazu beiträgt, das Einkommen des durchschnittlichen Schriftstellers zu sichern". Vielmehr nehmen Autoren ein "Risikomanagement" vor und verlassen sich auf Einkommen aus verschiedenen Quellen. Kretschmers Fazit: "Solange das Urheberrecht übertragbar gestaltet ist, wird es so sein, dass die Rechte beim Verlag landen, solange der Autor keinen ausreichenden Einfluss auf die Vertragsgestaltung hat."

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Eine weitere Podiumsdiskussion ging der Frage nach "Wer bezahlt Kreativität?". Matthias Spielkamp von iRights.info diskutierte mit Paul Keller, der Hamburger Kulturwissenschaftlerin und Journalistin Meike Richter, dem Referatsleiter Peter Grafe vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien sowie Martin Juhls, Musiker und Kulturmanager aus Dortmund. Für Meike Richter spielt die im Internet entstandene "Aufmerksamkeitsökonomie" eine Schlüsselrolle. Die freie Verfügbarkeit vieler ihrer Werke im Internet würde ihr Aufmerksamkeit bei potenziellen Auftraggebern verschaffen und so indirekt für Einkommen sorgen, legte Richter dar. Allerdings zeigte sie sich ganz und gar nicht damit einverstanden, wie Suchmaschinen und Aggregatoren von den Leistungen der Kreativen profitieren, ohne diese angemessen zu beteiligen. Youtube, MySpace & Co. sollten Abgaben an diejenigen zahlen, auf deren Leistungen sie ihren Geschäftserfolg aufbauen, fand Richter.

Martin Juhls hat als Mitbegründer des Netlabels Thinner bereits vor Jahren Erfahrungen mit der Monetarisierung kostenlos angebotener Musik sammeln können. Die Aufmerksamkeit, die er mit kostenlos zur Verfügung gestellter Musik erreichen konnte, führte zu bezahlten Auftritten als DJ und Lizenzvergaben zur Nutzung seiner Werke als Filmmusik. Deutliche Kritik übte Juhls an der Verwertungsgesellschaft GEMA, die sich in seinen Augen gegen den Trend stemmt und Musikern nicht ausreichend Platz zur Selbstvermarktung im Internet einräumt. Er wünschte sich von der GEMA mehr Akzeptanz für Creative-Commons-Lizenzen. Auch die Verteilung der Einnahmen innerhalb der GEMA sei hoch problematisch, weil ungerecht. Als Musiker "dritter Klasse" werde er nur ungenügend an der Ausschüttung der Verwertungsabgaben beteiligt.

Juhls wies in der Frage der Finanzierung von Kultur auch auf die Eigenverantwortung von Musikern und Kreativschaffenden im Allgemeinen hin. Diese müssten sich professionalisieren und besseres Marketing in eigener Sache betreiben. Das befürwortete auch Peter Grafe. Management, Marketing und Coaching dürften für Kreative keine Fremdworte bleiben. Hinsichtlich der immer wieder geäußerten Kritik an den Verwertungsgesellschaften blieb Grafe deutlich zurückhaltend. Forderungen nach Strukturveränderungen müssten gut begründet sein und dürften auf keinen Fall das Konzept der Verwertungsgesellschaften in Frage stellen. Für Matthias Spielkamp zeichnete sich am Ende der Diskussion das Leitbild vom "Künstler als Dienstleister" ab, dessen Dasein wohl weiterhin "kompliziert" bleiben werde. Vom romantischen Bild des "Künstlers als Schöpfer" könne man sich jedenfalls getrost verabschieden.

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Der Kaiser 30. Sep 2008

Warum nicht beides kombinieren? Statt Copyright CC-Lizenzen und die...

roggenjunge 29. Sep 2008

THAT?

uhrheber 29. Sep 2008

Bitte nicht verwechseln: - Urheberrecht besagt, dass ein Recht an der eigenen Idee...

Rechtsbeistand 29. Sep 2008

dann sollten die werten kunden eben vorher die bedingungen für die billig-downloads...

unwichtig 29. Sep 2008

Nicht zur Gänze. Ich habe auch gedacht, dass das Problem alleine in unseren Köpfen...


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