Abo
  • IT-Karriere:

Zu wenig Datenschutz in sozialen Netzen

Fraunhofer-Studie zeigt erhebliche Lücken im Datenschutz bei sozialen Netzen

Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) hat sechs soziale Netze auf Aspekte des Datenschutzes untersucht. Dabei kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass die persönlichen Daten der Nutzer in diesen Angeboten nur unzureichend geschützt sind.

Artikel veröffentlicht am ,

Soziale Netz wie Xing, Facebook oder LinkedIn erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Doch die Communitys bergen auch Risiken, wie das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) jetzt noch einmal bestätigt. Denn die Nutzer geben viele persönliche Daten auf diesen Plattformen preis. Diese böten jedoch nur unzureichenden Schutz für die Daten, so die Darmstädter Forscher.

Stellenmarkt
  1. novacare GmbH, Bad Dürkheim
  2. Bayerische Versorgungskammer, München

Für die Studie "Privatsphärenschutz in Soziale-Netzwerke-Plattformen" haben sie die sechs beliebtesten Angebote untersucht. "Von den getesteten Plattformen konnte keine vollständig überzeugen", resümiert Andreas Poller, Autor der Studie. "Von der Nutzung mancher Dienstfunktionen ist sogar abzuraten, weil die Zugriffskontrollen teilweise einfach nicht funktionieren oder ganz fehlen."

In die Bewertung der Portale flossen unter anderem die Zugriffskontrolle und deren Steuerungsmöglichkeit, die Standardkonfiguration sowie Verschlüsselungsmöglichkeiten ein. Dabei habe keine Plattform in allen Bereichen gut abgeschnitten. Immerhin fanden die Forscher in fast jedem Bereich ein Angebot, das zumindest ausreichenden Schutz bot. "Wenn man die Schutzmöglichkeiten der getesteten Angebote kombinieren würde, wäre das Ideal erreicht, aber die Plattformen scheinen kein durchgängiges Konzept zum Schutz der Privatsphäre zu verfolgen", so Poller.

Typische Mängel, die die Tester identifizierten, waren beispielsweise zu viele Pflichtdaten, die die Nutzer bei der Anmeldung angeben müssen, fehlende oder unzureichende Verschlüsselung der Kommunikation zum Server, eine umständliche Abmeldung oder dass Daten nach der Abmeldung nicht vollständig gelöscht werden.

Für die Studie hatten sich die Tester zunächst bei den Plattformen angemeldet, dann versuchten sie, von außen Daten aus ihren eigenen Profilen auszulesen. Dabei gelang es ihnen beispielsweise, mit Hilfe bestimmter Suchmaschinen nicht freigegebene Fotos aufzurufen. Auch andere persönliche Angaben wie Familienstand oder politische Orientierung ließen sich so ermitteln. Bei einer Plattform blieben nach Löschung des Nutzerkontos Gästebuch- und Foreneinträge bestehen. "Das kann für den Benutzer mitunter sehr peinlich werden. Aber auch Phishingbetrüger und Angreifer, die es auf Firmengeheimnisse abgesehen haben, freuen sich natürlich über solche Informationen. Denn damit können sie sich leichter das Vertrauen der Nutzer oder anderer Personen erschleichen", warnt Poller.

Bei den eher privat genutzten Angeboten Facebook, StudiVZ, Myspace, Wer-kennt-Wen und Lokalisten schnitt Facebook am besten ab. Doch auch hier machten die Forscher noch erhebliche Mängel aus. Die schlechtesten Noten bekam das Angebot Lokalisten. Die zwei geschäftlich orientierten Angebote LinkedIn und Xing bieten laut der Studie ähnliche Schutzmaßnahmen für die Privatsphäre. Dennoch konnte sich LinkedIn gegen den deutschen Konkurrenten Xing durchsetzen. Für LinkedIn spricht nach Angaben der Fraunhofer-Tester zum einen, dass sich ein Nutzerkonto einfacher kündigen und die Daten besser löschen lassen, zum anderen, dass LinkedIn mit Einschränkungen die Nutzung eines Pseudonyms erlaubt. Obwohl im Geschäftsverkehr die Nutzung eines Pseudonyms eher unüblich sei, habe das US-Angebot bei der Pseudonymisierung am besten abgeschnitten, sagt Poller. "Das hat uns schon überrascht." Allerdings bietet Xing eine bessere Verschlüsselung der Kommunikation zwischen Browser und dem Webserver.

Ziel der Studie sei es, so das Fraunhofer IST, "ein erstes Rahmenwerk für die Beurteilung des Privatsphärenschutzes von Plattformen zur Pflege sozialer Netzwerke aufzustellen".



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Kingston A400 2-TB-SSD für 159,90€, AMD Upgrade-Bundle mit Radeon RX 590 + Ryzen 7...
  2. 349,99€
  3. 229,99€
  4. 43,99€ (Bestpreis!)

Der Kaiser 11. Dez 2008

Der Spass an Wissen wird an der Wurzel ausgerottet.

Ein AK-VDS... 26. Sep 2008

Aufruf zur Demo in Berlin am Samstag, den 11. Oktober ab 14.00 Uhr Bürgerrechtlerinnen...

moral 26. Sep 2008

Jetzt erwarte mal nicht, dass die Menschen die Verantwortung/Konsequenzen für ihr...

G000D 25. Sep 2008

Gar keiner, der Sinn von sozialen Netzwerken ist es, seine Daten gratis abzugeben. Das...


Folgen Sie uns
       


Die Zukunft von 8K bei Sharp angesehen (Ifa 2019)

Wenn es um 8K geht, zeigt sich Sharp optimistisch: Nicht nur ein riesiger 120-Zoll-Fernseher ist dort zu sehen, sondern es gibt auch einen kleinen Blick in die nahe Zukunft.

Die Zukunft von 8K bei Sharp angesehen (Ifa 2019) Video aufrufen
Atari Portfolio im Retrotest: Endlich können wir unterwegs arbeiten!
Atari Portfolio im Retrotest
Endlich können wir unterwegs arbeiten!

Ende der 1980er Jahre waren tragbare PCs nicht gerade handlich, der Portfolio von Atari war eine willkommene Ausnahme: Der erste Palmtop-Computer der Welt war klein, leicht und weitestgehend DOS-kompatibel - ideal für Geschäftsreisende aus dem Jahr 1989 und Nerds aus dem Jahr 2019.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Retrokonsole Hauptverantwortlicher des Atari VCS schmeißt hin

Mädchen und IT: Fehler im System
Mädchen und IT
Fehler im System

Bis zu einem gewissen Alter sind Jungen und Mädchen gleichermaßen an Technik interessiert. Wenn es dann aber um die Berufswahl geht, entscheiden sich immer noch viel mehr junge Männer als Frauen für die IT. Ein wichtiger Grund dafür ist in der Schule zu suchen.
Von Valerie Lux

  1. IT an Schulen Intelligenter Stift zeichnet Handschrift von Schülern auf
  2. 5G Milliardenlücke beim Digitalpakt Schule droht
  3. Medienkompetenz Was, Ihr Kind kann nicht programmieren?

Gemini Man: Überflüssiges Klonexperiment
Gemini Man
Überflüssiges Klonexperiment

Am 3. Oktober kommt mit Gemini Man ein ambitioniertes Projekt in die deutschen Kinos: Mit HFR-Projektion in 60 Bildern pro Sekunde und Will Smith, der gegen sein digital verjüngtes Ebenbild kämpft, betreibt der Actionfilm technisch viel Aufwand. Das Seherlebnis ist jedoch bestenfalls komisch.
Von Daniel Pook

  1. Filmkritik Apollo 11 Echte Mondlandung als packende Kinozeitreise

    •  /