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Studie zu Arbeitsbedingungen bei Handy-Zulieferern in Asien

Überlange Arbeitszeiten, niedrigen Löhne, kaum Arbeitsschutz

Die Organisation makeITfair kritisiert in einer aktuellen Studie die Bedingungen, unter denen bekannte Elektronikkonzerne Teile für Mobiltelefone produzieren lassen. Die Zustände in Fabriken in Asien verstießen gegen internationale Standards, aber auch gegen die von den Markenherstellern selbst vorgegebenen Normen. Proteste der Arbeiterinnen würden oft unterdrückt.

Laut makeITfair werden jede Sekunde 36 Mobiltelefone hergestellt, etwa jedes zweite in China. Meist seien es junge Frauen zwischen 16 und 30, die die Geräte fertigen. Das Projekt makeITfair hat 2007 und 2008 sechs Fabriken in China und auf den Philippinen untersucht, in denen Zulieferer Teile für Mobiltelefone von Nokia, Samsung, Motorola, LG, Sony Ericsson und Apple herstellen. Die Ergebnisse hat die Organisation nun unter dem Titel "Silenced to Deliver" veröffentlicht.

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Die Bedingungen, die sie in den Fabriken, vier in China und zwei auf den Philippinen, vorfanden, waren teilweise unwürdig. So mussten die Arbeiterinnen sechs, zum Teil sogar sieben Tage in der Woche zehn bis zwölf Stunden arbeiten, um genug Geld für ihren Lebensunterhalt zu verdienen. In den Fabriken in China mussten sie Lohnabzüge hinnehmen, wenn sie Fehler machten, beispielsweise weil sie übermüdet waren. Auch wichtige Arbeitsschutzmaßnahmen wurden nicht eingehalten. So berichteten die Mitarbeiter eines Unternehmens im südchinesischen Shenzhen, dass sie keine Schutzausrüstung bekämen, wenn sie mit gefährlichen Chemikalien umgehen.

In allen untersuchten Fabriken machten die Arbeiterinnen Überstunden, um ihre kargen Löhne aufzubessern. In manchen Fällen durften sie nach der regulären Arbeitszeit gar nicht gehen, sondern mussten gezwungenermaßen länger arbeiten. Einige Arbeitgeber setzten sogar ein Produktionssoll fest, das erfüllt werden musste, bevor die Frauen Feierabend machen durften.

Die Zustände in den Fabriken verstoßen nicht nur gegen von den Handyherstellern gesetzte Normen und gegen internationale Standards, wie sie die Internationale Arbeitsorganisation (International Labour Organization, ILO) definiert, sondern auch gegen nationales Recht. So erlaubt beispielsweise das chinesische Arbeitsrecht 36 Überstunden im Monat. Diese Regelung wurde in allen untersuchten Fabriken in China gebrochen. In einer Fabrik etwa, die Ladegeräte herstellt, betrug die Wochenarbeitszeit in Spitzenzeiten 80 Stunden. Kontrollen durch die Behörden finden jedoch nur selten statt. Unabhängige Gewerkschaften hingegen sind in China verboten.

Viele Arbeiterinnen sagten, dass sie die Zustände an ihrem Arbeitsplatz krank machten. Sie klagten über Augenprobleme, Muskel- und Brustschmerzen, Gewichtsverlust, Erschöpfung oder Verwirrungszustände. Sollten die Frauen es jedoch wagen, gegen die Bedingungen an ihrem Arbeitsplatz zu protestieren, werden die Proteste zum Teil brutal unterdrückt. Eine Organisierung der Arbeiterinnen wird weder vom Staat noch vom Arbeitgeber geduldet.

Die Zulieferer sagten makeITfair, sie säßen in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite würden sie aufgefordert, die Arbeitsbedingungen und den Umweltschutz zu verbessern. Auf der anderen Seite verlangten die Markenunternehmen jedoch, dass zu möglichst niedrigen Kosten produziert werde. Diese ließen sich jedoch nicht halten, wenn die Zulieferer in bessere Produktionsbedingungen und -anlagen investieren müssten.

Mit den Untersuchungsergebnissen konfrontiert reagierten die Hersteller unterschiedlich. Nokia etwa bestritt die meisten Vorwürfe. Immerhin hat das Unternehmen nach eigenen Angaben die Arbeitszeiten verringert. Motorola hat selbst Untersuchungen bei seinen Zulieferern durchführen lassen und dabei eine Reihe der von makeITfair angeprangerten Missstände bestätigt gefunden. Daraufhin habe das Unternehmen Maßnahmen ergriffen, um die Situation der Arbeiterinnen zu verbessern. Sony Ericsson wollte sich nicht zu den Zuständen bei seinen Zulieferern äußern, gab aber an, mit beiden Gespräche zu führen, um Verbesserungen herbeizuführen. Apple sagte, man nehme die Ergebnisse ernst und werde seinen Zulieferer überprüfen. Konkrete Maßnahmen hatte das Unternehmen jedoch bei Abschluss der Studie noch nicht ergriffen. Samsung und LG hingegen äußerten sich nicht zu der Studie.

"Die Mobiltelefonhersteller können durch Verhaltensnormen, Stichproben und Betriebsprüfungen Veränderungen bewirken. Aber weiter reichende und permanente Änderungen wird es erst geben, wenn sich die Arbeitnehmer organisieren und ihre Ansichten offen kundtun dürfen", erklärte Annika Torstensson von der Organisation Fair Trade Center, die makeITfair unterstützt.

MakeITfair ist ein Projekt, das sich nach eigenen Angaben kritisch "mit der Elektronikindustrie, insbesondere mit der Produktion von elektronischen Konsumgütern wie Mobiltelefonen, Laptops und MP3-Playern", auseinandersetzt und "junge Leute aus Europa über die miserablen Arbeitsbedingungen und die massiven Umweltprobleme" bei der Herstellung von Elektronikgeräten informieren will.


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blork42 04. Okt 2008

Lol, das sieht schon wie ne recht beschissene Satire eine Nazis aus, auf das Dir von...

spanther 28. Sep 2008

Ja aber leider nur "wäre". Leider ist die Realität nicht so ehrlich und in der Realität...

wigwam 26. Sep 2008

[..] Sag mal, so ganz wertfrei - Würde es dir was ausmachen deine Postings in Zukunft...

Nusik Stulkes 26. Sep 2008

Hi, das hier ist das letzte..... Nur um in einem Land besser zu!leben!wird ein anderes...

Geblubber 25. Sep 2008

Der Grund ist doch einfach, dass die Manager und Chefs immer mehr verdienen wollen und um...



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