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Interview: Die Grenzen zwischen Kunst und Technik sprengen

Gerfried Stocker
Gerfried Stocker
Golem.de: In welchem Verhältnis steht dazu das Thema Open Access?

Stocker: Im Prinzip gilt für die Themen Copyright und Open Access das Gleiche wie für Privacy und Öffentlichkeit. Wenn man heute eine Geschäftsidee für einen neuen Internetdienst hat, mit dem Informationen und Wissen weitergegeben oder verbreitet werden sollen, dann scheitert das zumeist schon daran herauszufinden, welche rechtlichen Rahmenbedingungen wo gelten, um nicht sofort von Dritten verklagt zu werden.

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Diese Panik und die damit verbundene Repression durch die alten Unternehmen, die über den Vertrieb von Content groß geworden sind, zerstören viele neue Möglichkeiten, die wir dringend bräuchten. Es muss und kann - das Beispiel Creative Commons zeigt es - kreativ und innovativ mit der neuen Situation umgegangen werden, statt vehement jeden alternativen Distributionsweg zu verhindern.

Golem.de: Die Creative Industries werden oft als treibender Motor für die europäische Wirtschaft dargestellt. Wie ist das Verhältnis zwischen industrieller und kultureller Produktion zu beschreiben?

Stocker: Dass man den Industriebegriff auch mit Medienkunst verbinden kann, ist für mich sehr wichtig. Das, worauf Sie anspielen, die Creative Industries oder Content Industries, sind sehr häufig leider völlig inhaltslos ausgesprochene Formeln.

Aber es steckt sehr viel mehr dahinter. Hinter diesen Begriffen vermengen sich Kulturbetrieb und Wirtschaft. Bis heute braucht man jedoch diese beiden früher scharf trennbaren Bereiche nur auf die gleiche Seite zu schreiben und schon ist die Diskussion groß. Wir befinden uns allerdings in einer Zeit, in der sich für beide, für den Kultursektor ebenso wie für den Wirtschafts- und Industriesektor, die Rahmenbedingungen der Produktionswelt massiv verändert haben und weiter verändern. Dieser Wandel darf nicht mehr isoliert betrachtet werden, sondern wir müssen versuchen, die Entwicklungen auf einer breiteren Ebene zu verstehen.

Golem.de: Hier bietet Kunst offenbar eine Strategie für ein besseres Verständnis. Aber was hat denn ein Systemadministrator ganz konkret von Internetkunst?

Stocker: (lacht) Der Systemadmin sollte eigentlich der sein, der das am wenigsten braucht. Er ist ja der Prototyp eines Spezialisten, von dem man annehmen würde, dass er die mit dem Netz verbundenen kulturellen Paradigmen versteht und entsprechend handelt. Allerdings hat die Erfahrung gezeigt, dass dies oft nicht so ist. Es muss darum gehen, den Mehrwert und die Funktion von Medienkunst über den eigentlichen Kunstbegriff hinaus zu tragen.

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Inhaltsbetrachter 25. Sep 2008

Das ist als Kurator auch überhaupt nicht seine Aufgabe. Er schafft nur einen Rahmen...



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