Das GNU-Projekt wird 25
Stallman war vorher am Massachusetts Institute of Technology tätig gewesen und hatte dort einen entscheidenden Wandel erlebt: Software wurde proprietär und plötzlich verkauft. Zuvor war es ganz normal gewesen, dass Software untereinander ausgetauscht wurde und Nutzer Zugriff auf den Quellcode hatten. Stallman beschloss, diesen Weg nicht mitzugehen.
Tatsächlich ging die Arbeit an den Werkzeugen voran. 1990 gab es dann zwar ein vollständiges Entwicklungssystem, bestehend aus der GNU Compiler Collection (GCC) und anderen Programmen, der Kernel fehlte aber noch. Das GNU-Projekt arbeitete an GNU Hurd, doch die Entwicklung dauerte wesentlich länger als bei den anderen Komponenten. Bis heute ist Gnu Hurd nicht fertig, auch wenn es Nutzer gibt, die den Kernel verwenden. Vielmehr begann Linus Torvalds 1991 an Linux zu arbeiten, verwendete dazu die GNU-Utils und stellte sein System 1992 auch unter die GNU General Public License (GPL). Durch die schnelle Weiterentwicklung wurde Linux zur Wahl, wenn ein Kernel für das GNU-System benötigt wurde – weshalb Richard Stallman bis heute darauf pocht, dass dieses Betriebssystem dann GNU/Linux heiße.
Um eine Lizenz für die GNU-Programme zu haben, entwarf Stallman 1989 die bereits erwähnte GPL. Bereits 1985 hatte er die Free Software Foundation (FSF) gegründet, eine gemeinnützige Organisation, die unter anderem eine rechtliche Grundlage für das GNU-Projekt schuf. Das verteidigt er auch heute, 25 Jahre nach Gründung, noch – vor allem die vier Freiheiten(öffnet im neuen Fenster) . Gleichzeitig widmet er sich aber zunehmend neuen Feindbildern wie Digital Rights Management.
Seine Philosophie konnte Stallman in all den Jahren vielen näher bringen, so dass dem Projekt teils religiöses Verhalten unterstellt wird. Etwas, das Stallman selbst aufgreift, wenn er vor Publikum als "St. IGNUcius of the Church of Emacs" auftritt. Der Erfolg spricht jedenfalls für ihn und seine Idee: Heute sind unzählige Programme verfügbar, die unter der GPL veröffentlicht werden. Darunter auch so bekannte Software wie Emacs und MySQL. Und die GNU-Werkzeuge laufen durch die GNU/Linux-Kombination nicht nur auf normalen Computern, sondern auch auf Mobiltelefonen und anderen Geräten.
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