EU will automatisch gesetzte Kreuze bei Onlinekauf verbieten
Die EU-Kommission plant ein Gesetzespaket, das Verbraucherrechte im Internet stärken soll. Das kündigte EU-Verbraucherkommissarin Meglena Kuneva im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) an. So soll es künftig verboten werden, Kunden mit automatisch gesetzten Kreuzchen Extraangebote unterzuschieben. Wie Kuneva sagte, wird das Gesetzespaket am 8. Oktober 2008 vorgelegt. "Es kann nicht sein, dass nur die Wirtschaft vom EU-Binnenmarkt profitiert", sagte sie.
Zudem will die Kommissarin Onlinehändler zum Abbau von Restriktionen beim Einkauf aus dem Ausland zwingen. Es sei inakzeptabel, wenn Anbieter verhinderten, dass ihre Produkte billiger im Ausland gekauft werden könnten. Während heute 40 Prozent der Deutschen online shoppen, erwerben nur sechs Prozent Waren und Dienstleistungen von ausländischen Händlern, obwohl die gleichen Produkte dort oft preisgünstiger erhältlich seien, rechnet Kuneva vor.
Kunden mit deutscher IP-Adresse würde beispielsweise per Zwangsumleitung verwehrt, Einkäufe im Web in Großbritannien oder Frankreich zu tätigen. Auch beim Bezahlen mit deutscher Kreditkarte gebe es solche Hürden. "Viele Verbraucher ärgern sich über diese Praxis, und das zu Recht", sagte Kuneva dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster). Hierzu laufe eine Untersuchung der EU, im kommenden Jahr könne ein Gesetzentwurf folgen.
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