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eBay beschwert sich bei EU-Kommission über Handelshemmnisse

Handelsverbote von Markenfirmen beklagt. Das Onlineauktionshaus eBay hat sich laut der Financial Times bei EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes über das Verhalten von Markenfirmen beschwert, die den Handel mit ihren Produkten über eBay boykottieren. Darin sieht eBay einen Verstoß gegen die EU-Wettbewerbsbestimmungen.
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Vergangene Woche hatten EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes und EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy zum Onlinegipfel nach Brüssel geladen. Eingeladen waren neben Mick Jagger die Chefs verschiedener Unternehmen und ein Vertreter der Verbraucherschutzorganisation "Which?" aus Großbritannien. Am runden Tisch wurde über die Perspektiven des Onlinehandels diskutiert. In den Augen der EU-Kommission ist die gegenwärtige Situation unbefriedigend. Kroes(öffnet im neuen Fenster) brachte die Probleme auf den Punkt, als sie in die Runde fragte: "Warum ist es möglich, bei einem Onlinehändler eine CD zu bestellen und in jeden beliebigen Winkel Europas liefern zu lassen, aber unmöglich, dieselbe Musik vom selben Künstler genauso einfach für den Download zu kaufen?"

Das Onlineauktionshaus eBay nutzte die Gelegenheit, Wettbewerbshüterin Kroes aufzufordern, das Verhalten von Markenfirmen zu untersuchen, berichtet die Financial Times. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Streit zwischen eBay und bekannten Markenfirmen um den Handel mit Markenware oder Plagiaten. Wiederholt wurde eBay von Firmen wie LVMH oder Tiffany verklagt, die ihre Edelwaren nur ungern bei dem Onlineauktionshaus im Angebot sehen. Sie sehen dadurch ihre mit exklusiven Handelspartnerschaften gestützte Hochpreispolitik in Gefahr. Die Tatsache, dass bei eBay häufig auch Plagiate verkauft werden, belastet das Verhältnis zusätzlich. Vor europäischen Gerichten konnten sich die Markenfirmen in der Regel gegen eBay durchsetzen.

EBay vermutet wettbewerbswidriges Verhalten von Markenfirmen. Dazu sagte Tod Cohen, Rechtsberater von eBay, der Financial Times(öffnet im neuen Fenster): "Wir denken, dass es da eine ganze Reihe wettbewerbswidriger und missbräuchlicher Handelsvereinbarungen gibt, die es Händlern in der EU unmöglich machen, Waren online anzubieten." Diesen Verdacht teilt auch Kroes: "Es gibt da eine Anzahl von Praktiken zur Einschränkung des grenzüberschreitenden Handels, die aus meiner Sicht eine genaueres Hinsehen rechtfertigen. Ich habe die Absicht, mir diese Praktiken und alle anderen, auf die man uns aufmerksam macht, unter die Lupe zu nehmen." Eine formale Untersuchung gibt es aber noch nicht. Kroes ließ keinen Zweifel daran, dass sie die Wettbewerbsregeln im Interesse der Verbraucher durchzusetzen will. [von Robert A. Gehring]


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